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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="15087"><titleStmt><title>Dorothea von Schlegel an Carl Gustav von Brinckmann</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15087</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Bd. 23. Dritte Abteilung: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel. Bis zur Begründung der romantischen Schule (15. September 1788 ‒ 15. Juli 1797). Mit Einleitung und Kommentar hg. v. Ernst Behler u.a. Paderborn u.a. 1987, S. 178.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15087"><correspAction type="sent"><persName key="7139" ref="https://d-nb.info/gnd/118607979">Dorothea von Schlegel</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName><date when="1794-01-26">1794-01-26</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7209" ref="https://d-nb.info/gnd/116519770">Carl Gustav von Brinckmann</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-0639-0.tif"/></facsimile><text><body><div><p>Armer guter Brinkmann! wie sehr bedaure ich Sie! es ist wahrhaftig kein Spas was Sie leiden müßen! es ärgert mich daß Ihnen das Fußbad nicht half – aber daß Ihr Arzt es nicht zugeben will, daß Sie in einem geheizten Zimmer schlafen, das ärgert mich noch mehr, er kann unmöglich Recht haben. – ich habe heute schon recht oft daran gedacht, wie es wohl mit Ihnen stehen mag? Aber da haben Sie es nun ganz deutlich, wie viel der Verstand mehr wert ist, als alles, was man <hi rend="slant:italic">gutes</hi> <hi rend="slant:italic">Herz</hi> nennt! mit allen warmen wahren Antheil meines Herzens kann ich Ihnen nichts von Ihren Schmerzen nehmen aber wie viel nicht, wenn ich den Verstand hätte Ihnen ein beßeres Mittel anzurathen als mein elendes Fußbad? Die Klage über den Unwerth der Menschen ist übrigens &lt;auch&gt; meiner Meinung nach ganz falsch. <hi rend="slant:italic">Lieben</hi> mag man die Menschen so viel man will, und das verdienen wirklich auch die meisten; aber <hi rend="slant:italic">trauen</hi> und folgen kann man ihnen nicht, dazu haben die aller wenigsten Verstand genug. Ach glauben Sie mir, es gehört viel Verstand dazu um in der Welt das wieder gut zu machen, was das gute Herz verdirbt. Hätte <persName key="24332">G D.[Graf Dohna]</persName> nicht ein gutes Herz wie hätte er Sie gestern so ärgern können? – Adieu! <persName key="6860">Apoll</persName> und seine neun geistreiche Schwestern mögen Sie diese Nacht verlaßen, (so viel wir auch dabei verlieren) und der gute einfältige <persName key="24331">Morpheus</persName> heute nicht von Ihrem Lager weichen, prosaisch heißt das Gute Nacht!<lb/>B.<lb/>den 26ten Jan. 1794.<lb/>Laßen Sie mir doch recht bald wieder wißen wie Sie sich befinden?</p></div></body></text></TEI>
