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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="15292"><titleStmt><title>Dorothea von Schlegel an Sophie Bernhardi</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15292</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Bd. 25. Dritte Abteilung: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel. Höhepunkt und Zerfall der romantischen Schule (1799 ‒ 1802). Mit Einleitung und Kommentar hg. v. Hermann Patsch. Paderborn 2009, S. 8‒10.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15292"><correspAction type="sent"><persName key="7139" ref="https://d-nb.info/gnd/118607979">Dorothea von Schlegel</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1799-10-07">1799-10-07</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7128" ref="https://d-nb.info/gnd/118973665">Sophie Bernhardi</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-068y-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-068y-1.tif"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-068y-2.tif"/></facsimile><text><body><div><p>den 7ten 8<hi rend="size:10;offset:4">br</hi> 99<lb/>Die <name key="24551" type="work">Sache</name> geht zwar nicht ganz so gut wie Sie es wünschten liebe Bernardi! aber doch auch nicht so übel, als Sie fürchteten daß sie gehen würde. Die kleinen Veränderrungen, oder correcturen die <persName key="4117">Becker</persName> verlangt, werden Sie wohl in kurzer Zeit gemacht haben. Sie schicken nur mit umgehender Post das M[anu]sc[ri]pt zurück, und alles soll aufs geschwindeste und beste besorgt werden. <persName key="8">Friedrich</persName> so wohl als <persName key="23">Caroline</persName> lassen es sich sehr angelegen seyn, das sehen Sie schon daraus daß sie es gleich Beckern antrugen; und sie interressiren sich beyde sehr daß es nach Ihrem Wunsche gelingen möge. Sobald Becker Geld schickt, sollen Sie es haben. Mich dünkt Sie werden mit den Bedingungen nicht unzufrieden seyn. Nach Ihrem ersten Plan sollte es freylich stärker seyn als 17 Bogen doch werden Sie es leicht so einrichten können, daß daraus keine neue Hindernisse entstehen. Wo möglich schicken Sie das Ganze auf einmal, wenigstens so viel als Sie abgeschrieben haben, jemehr Sie schicken können desto vortheilhafter ist es für das Geschäft, da Becker es wünscht. Eigentlich schreibe ich Ihnen alles dies in Friedrichs Namen, der Sie und <persName key="42">Bernardi</persName> aufs freundschaftlichste grüßt. Er ist wohl, sinnt viel vollendet manches, und darum habe ich mich erboten Ihnen in seinen Namen zu schreiben. Da ich nicht Ueberbringerin einer verdrießlichen Nachricht bin, schreibe ich Ihnen doppelt gern.<lb/>Gestern Mittag bin ich <placeName key="12">hier</placeName> angekommen. Glücklich – recht glücklich war der erste Eindruck von allem was mich empfieng. So viel kann ich Ihnen sagen liebste Freundin. Caroline ist mir bis jezt noch recht liebenswürdig erschienen, <persName key="766">Wilhelm</persName> ist freundlich, und Friedrich gesund, und besserer Laune als vor einiger Zeit in <placeName key="15">Berlin</placeName>. Ich bin mit ausgezeichneter Freundlichkeit aufgenommen worden, ich wohne bequem und angenehm, kurz alles scheint sich zu einen recht vergnügten Winter anzulaßen, gewöhnlich ist jedes auf sein eignes Zimmer und arbeitet, und wenn man zusammen kömt, ist man freundlich und aufgeräumt; des Abends wird der <persName key="35"><name key="1025" type="work">Dante</name></persName> gelesen, Friedrich giebt Carolinen und <persName key="62">Schellingen</persName> Unterricht darin, und ich habe auch Lust Antheil daran zu nehmen. <persName key="48">Tieck</persName> wird recht erwartet hier, denn <persName key="137">Goethe</persName> ist hier, und wird nur noch 14 Tage hier bleiben, Wilhelm S. meynte Tieck müßte nothwendig den Goethe in Jena sehen da wäre er ganz anders als in <placeName key="58">Weimar</placeName>. Auch hofft W. Schlegel noch besonders auf ihn wegen mancher Poetischen Unternehmungen. Auf <persName key="130">Malchen</persName> ist alles sehr begierig; denn <persName key="481">Hardenberg</persName> hat hier gesagt sie wäre die reizendste Frau die er jemals gesehen hätte!! Ich bin durch <placeName key="241">Weißenfels</placeName> gereißt, habe mich einige Stunden darin aufgehalten, und nicht einmal Hardenbergs Bekanntschaft gemacht, so stolz halte ich mich jezt! Sie sollten nur sehen Liebe, ich gebe mir ein rechtes air! Goethen hoffe ich aber doch zu sehen, eh er wegreißt, wenn es nur gutes Wetter wäre das man spazieren gehen könnte so träfe man ihn wohl einmal. Wegen Malchens Eifersucht denke ich können Sie ruhig seyn, mich dünkt Caroline ist gewaltig mit Schelling beschäftigt; und es ist doch keine Möglichkeit daß sie noch Zeit für eine andre Unternehmung haben sollte. Ich werde Ihnen alles recht ehrlich, aber unter dem unverbrüchlichsten Siegel des ewigen Geheimnisses erzählen nicht einmal Friedrichen theile ich diese Bemerkungen mit, am liebsten wäre es mir wenn Sie meine Briefe in denen etwas von den Menschen steht gleich verbrennten, es könnte einmal unglücklich damit gehen. Heute kann ich Ihnen aber nichts mehr schreiben, sonst versäume ich die Post. Aber nach Jena müssen Sie reisen, die Gegend von <placeName key="22">Leipzig</placeName> hier her ist so schön, und romantisch, daß Sie sie sehen müssen, es würde ein neues Leben für Sie angehen, in diesen Thälern, und Felsen, und allen den grossen Scenen von denen ich ordentlich wie erschrocken war. – Für eine <placeName key="15">Berlinerin</placeName>, ist es eine grosse Begebenheit eine schöne Gegend zu sehen! Leben Sie wohl für heute Liebe! schreiben Sie mir recht viel von sich wie es Ihnen geht und wie es um ihrer Gesundheit steht.<lb/>DV.<lb/>Meine freundschaftlichsten Grüsse für Bernardi.</p></div></body></text></TEI>
