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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="15451"><titleStmt><title>Philipp Veit an Friedrich von Schlegel</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15451</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Bd. 25. Dritte Abteilung: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel. Höhepunkt und Zerfall der romantischen Schule (1799 ‒ 1802). Mit Einleitung und Kommentar hg. v. Hermann Patsch. Paderborn 2009, S. 312.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15451"><correspAction type="sent"><persName key="7309" ref="https://d-nb.info/gnd/118804111 ">Philipp Veit</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1801-12-07">1801-12-07</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7131" ref="https://d-nb.info/gnd/118607987">Friedrich von Schlegel</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06dd-0.tif"/></facsimile><text><body><div><p>Guten Morgen, Friedrich! Weißt Du, was mir heute geträumt hat? Du wärst wieder angekommen, da wäre nun die ganze <placeName key="12">Stadt</placeName> in Aufruhr, und es würden große Feste angestellt, und alle Häuser, alle Bäume, alle Zäune, alles, alles wäre mit großen, großen Bildern behängt, mit alten gelehrten Leuten, <persName key="97">Cervantes</persName>, <name key="59" type="work">Meister</name>, und ich weiß nicht mehr alles; und jedes Haus, jeder Baum hatte wohl 20 Bilder. Die ganze Stadt voller Studenten, man konnte gar nicht durch. Ich, der nicht wußte, was das bedeuten sollte, lief nach Hause und wollte mich erkundigen, was dies sey. Wie ich vor der Thür war, sähest Du und <persName key="180">die Mutter</persName> schon aus dem Fenster. Ich wollte fragen, aber Mutter winkte mir, ich sollte schweigen. Ich lief wieder fort und begukte die Bilder. <persName key="196">Vermehren</persName> hat auch mit großem Geschrei (Du weißt doch, daß er so sehr schreit, wenn er spricht) die Bilder angesehen und hat auch eben gesagt, daß die Bilder Meister und Cervantes wären. Ich weiß auch noch, wie Meister und Cervantes ausgesehen haben. Meister hatte einen runden Hut mit einer goldenen Schnur, einen rothen Schleier und einen kleinen Säbel; Cervantes aber einen dreieckigen Hut mit großen goldenen Klunkern daran, ebenfalls einen rothen Schleier, eine eiserne Rüstung und einen langen, langen Säbel. Meine Mutter weckte mich und es war aus. Du mußt nur nicht denken, dass ich flunkere, denn es ist alles wahr. Lebe wohl. Grüße <persName key="43">Schleiermachern</persName> von mir und von der Mutter. Adieu.</p></div></body></text></TEI>
