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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="15487"><titleStmt><title>Friedrich von Schlegel an Georg Andreas Reimer</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15487</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Bd. 25. Dritte Abteilung: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel. Höhepunkt und Zerfall der romantischen Schule (1799 ‒ 1802). Mit Einleitung und Kommentar hg. v. Hermann Patsch. Paderborn 2009, S. 349‒351.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15487"><correspAction type="sent"><persName key="7131" ref="https://d-nb.info/gnd/118607987">Friedrich von Schlegel</persName><placeName key="13" ref="https://d-nb.info/gnd/37172-5">Dresden</placeName><date when="1802-04-04">1802-04-04</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7134" ref="https://d-nb.info/gnd/118831194 ">Georg Andreas Reimer</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06ed-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06ed-1.tif"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06ed-2.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="13">Dresden</placeName> den 4<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi> April 1802.<lb/>Mohrenstr. Nro 748<lb/>Werthester Freund,<lb/>Ich danke Ihnen recht sehr für die überschickten <name key="595" type="work">Aushängebogen</name>. Ich habe mich sehr gefreut zu sehen und zu hören, daß der Druck so rasch angefangen hat, und würde ganz damit befriedigt sein, wenn nur zu den Versen kleinere Lettern genommen wären. Daß ein Sonett mehr als eine Seite einnimmt, macht sich freilich nicht gut, indessen es ist nun nicht mehr zu ändern. <hi rend="slant:italic">Diese</hi> Aushängebogen habe ich sogleich dem <persName key="179">Rittmeister v[on] Hardenberg</persName> (dem Bruder des <persName key="481">Verfassers</persName>) geschickt, und bitte Sie daher außer der Fortsetzung dieser 6 Aushängebogen mir noch ein eignes Exemplar dergl[eichen] zu schicken. <lb/>Der Bruder wird erst in diesen Tagen ungefähr nach <placeName key="241">Weißenfels</placeName> zurückgekehrt sein, wo sich noch alle Papiere des Verstorbenen befinden. Ich habe ihn dringend gebeten, sie mir sogleich zu schicken. Indessen dürfte es, obgleich mehre einzelne Aufsätze zum II<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi> Theil keiner weitern Redaction bedürfen, doch zur jetzigen Ostermesse zu spät werden, wie ich Ihnen gleich in <placeName key="15">Berlin</placeName> sagte, da Sie auch zu wünschen schienen, daß der 2<hi rend="size:8;offset:4">te</hi> Band erst <hi rend="slant:italic">nach </hi>der Messe kommen möchte. Wollen Sie was zum 2<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi> Theil fertig ist (gewiß für die Hälfte und mehr als die Hälfte desselben) dennoch vor der Messe haben, so steht es zu Befehl. Die zehn Exempl[are] für mich und <persName key="48">Tieck</persName> bitte ich hieher zu senden an mich. Die 20 für den Bruder senden Sie wohl selbst von <placeName key="22">Leipzig</placeName> aus nach<lb/><hi rend="slant:italic">Weissenfels an Frh Rittmeister</hi><lb/>Karl von Hardenberg.<lb/>Eine Vorrede von einigen Worten zu Novalis Schriften mit nächstem. – Denn wenn ich etwa ausführlicher über ihn reden möchte, so kann es nur im 2<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi><hi rend="size:8"> </hi>Theil vielleicht eben bei Gelegenheit der <name key="23222" type="work">philosophischen und physikalischen Fragmente</name> geschehen.<lb/>Wenn der Druck des 1<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi> Theils der Schriften Noval[is’] vollendet, oder sonst so bald es Ihnen bequem, senden oder remittiren Sie gütigst an Tieck 12 L[ouis]d[o]rs. Ich bestimme diese Summe der Gleichförmigkeit wegen. Beträgt der 1<hi rend="size:8;offset:4">te</hi> Theil nicht volle 24 Bogen so rechnen Sie das wenige was mehr ist am 2<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi> ab.<lb/>Das nächste Drama was ich ausarbeite ist das musikalische, von dem ich Ihnen auch im Allgemeinen sagte. Ich werde es aber, weil der Name einmal occupirt ist, lieber nicht <name key="1053" type="work">Zerbino</name> trotz der Geschichte, sondern wie ich denke <name key="25874" type="work"><hi rend="slant:italic">Adolifa</hi></name> nennen. Indessen wird auch der <name key="19133" type="work"><hi rend="slant:italic">Homo</hi></name> bald das Licht erblicken. Ich bin nur jezt noch einige Wochen mit dem <persName key="146">Plato</persName> beschäftigt, aber dann arbeite ich ein Jahr lang ununterbrochen dramatisch, und die Reihe wird also eher an mir sein, Sie zu fragen, ob ich nicht zu schnell und zu viel liefere, als an Ihnen. In der That rechne ich mit Gewißheit darauf bis zur Ostermesse 1803 <hi rend="slant:italic">3</hi> Dramen fertig zu machen, und frage daher, ob Ihnen dieß zuviel sein würde, ob ich auf diesen Fall lieber eines einem andern Verleger geben soll? – Oder ob ich Ihnen, was wir verabredeten, so früh und so schnell nach einander geben darf? – Obgleich ich im Mai eine Reise vorhabe – nach <placeName key="171">Paris</placeName> wo ich alsdann längere Zeit mich aufhalten werde (welches ich Sie aber nicht weiter mitzutheilen bitte), so hoffe ich daher doch mit Gewißheit versprechen zu können, daß Sie das musikal[ische] Drama im August erhalten werden, um so mehr da der Plan desselben ganz fertig ist; und erlaube mir eben der größern Entfernung wegen in der ich nachher von Ihnen sein werde, die vorläufige Bitte, alsdann nach Ablieferung des 1<hi rend="size:8;offset:4">ten</hi> Stückes, dem das 2<hi rend="size:8;offset:4">te</hi> bald folgen soll, Ihre Gefälligkeit von neuem in Anspruch nehmen zu dürfen, wo ich dann nicht an die Meßzeiten genirt sein möchte.<lb/>So weit von Geschäften. Daß Sie den <name key="581" type="work">Alarkos</name> mit einer so schönen Theilnahme gelesen haben, dafür sage ich Ihnen den innigsten Dank und freue mich der Hoffnung die Sie mir geben mir schmeicheln zu dürfen, daß Sie auch in der Ferne meiner mit Freundschaft gedenken wollen. Ich hoffe Sie in Leipz[ig] zu sehen, freilich nur vorübergehend, denn da kann ich meines Bleibens nicht lange haben. Leben Sie recht wohl.<lb/>Ganz von Herzen<lb/>Der Ihrige<lb/>Friedr. Schlegel<lb/>Zeigen Sie mir doch Ihre eigne Addreße an, damit ich unmittelbar an Sie schreiben kann.<lb/>Was sagen Sie zu der Entfernung unsres <persName key="43">Schl[eiermacher]</persName>? Ich verliere nun eigentlich nicht dabei, und doch ists mir als ob er sich von mir trennte[.] Die Exempl[are] des <name key="3140" type="work">Ofterd[ingen]</name> an den Bruder könnte ich von Leipz[ig] nach Weissenfels mitnehmen, da mein Weg mich über W[eissenfels] führt.</p></div></body></text></TEI>
