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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="15753"><titleStmt><title>Ludwig Ernst von Borowski an Johann Gottlieb Fichte</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15753</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Fichte, Johann Gottlieb: Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Abteilung III, Bd. 1: Briefe 1775‒1793. Hg. v. Hans Jacob und Reinhard Lauth. Unter Mitwirkung v. Hans Gliwitzky und Manfred Zahn. Stuttgart 1968, S. 320‒322.</title></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz</institution><idno type="signatur">B 58</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/15753"><correspAction type="sent"><persName key="23801" ref="https://d-nb.info/gnd/100853617">Ludwig Ernst von Borowski</persName><placeName key="1362" ref="https://d-nb.info/gnd/4031541-1">Königsberg</placeName><date when="1792-07-24">1792-07-24</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7180" ref="https://d-nb.info/gnd/118532847 ">Johann Gottlieb Fichte</persName><placeName key="23802">Krockow</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06l2-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06l2-1.tif"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06l2-2.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="1362">Königsberg</placeName> am 24 Jul. 1792.	<lb/>Sie haben denn gewiß schon längstens das Ihnen, sehr verehrter und geliebter Freund! so viel wahre Ehre machende <name key="24467" type="work">Kind Ihrer Feder</name> durch den <persName key="24484">Verleger</persName> erhalten. Sie werden sich auch des guten Anputzes, den Verleger und Drucker ihm gaben, gewis erfreuet haben. Nun gebe ich Ihnen hier in der Beilage, was bei seiner Taufe die Kritik vor dem Auge des hiesigen Publikums sprach. Ohne alles Bild zu reden, <persName key="24473">Hr. Mag. Gensichen</persName>, dem ich sogleich ein Exemplar Ihrer Schrift einhändigen ließ, hielt mit seiner <name key="26918" type="work">Rezension</name>, weil er nicht bloß eine Abschrift der Paragraphsaufschriften geben sondern im eigentlichen Verstande recensiren wollte, etwas lange an; fertigte eine solche endlich zu und so ward sie der 27sten Nummer der hiesigen kritischen Blätter, die nunmehr auch außer Preußen viel gelesen werden und von denen, wie <persName key="24484">Hartung</persName> sagte, mehrere Exemplare auf der Messe nach <placeName key="2">Göttingen,</placeName> <placeName key="4467">Helmstädt,</placeName> <placeName key="12">Jena,</placeName> <placeName key="22"><orgName key="24590">Leipzig</orgName></placeName> p begehret sind, inseriret. Alle Kenner und aufmerksamen Leser Ihrer Schrift sind überzeugt, daß Hr. Mag. Gensichen sich in Ihre Schrift hineinstudiret habe und mit seinem Lobe wohl noch etwas freigebiger hätte seyn können. Das mag denn nun der liebe Mann selbst bei Ihnen verantworten.<lb/>Hartungen hab ich aufgetragen, ein Exemplar Ihres Versuchs an <persName key="23952">Hr. Mag. Weißhuhn</persName> zu Schönewerda zu besorgen und ich werde Morgen, da ich ihn spreche, darnach fragen, ob es auch wirklich dahin besorgt sey. – Wegen verlangter Bücher für Sie und Ihr Haus würde ich anrathen, nicht an Hr. Hartung besonders, sondern An die <orgName key="24479">Hartungsche Buchhandlung</orgName> zu schreiben. Bis weilen kann ein solcher Brief, obgleich er Büchergeschäfte betrift, im Fall er nicht an die Buchhandlung adreßirt wird, unter andern Familienbriefen vielleicht unbeantwortet bleiben. – Unser <persName key="149"><hi rend="slant:italic">Kant</hi></persName> läßt nun in die <name key="2752" type="periodical">Berl. Monatsschrift </name>einen neuen Aufsatz: <name key="24496" type="work">Über den Streit des guten und bösen Prinzips,</name> einrücken, welcher eine Folge des Aufsatzes: <name key="24505" type="work">Ueber das radicale Böse</name> ist p <name key="24498" type="work">Stäudlins Ideen zur Kritik des Systems der christl. Religion</name> werden nun hier recht häufig gelesen. Kant communicirte mir dies Werk, das sein Verfaßer ihm selbst zugeschikt hatte – und ich, von seiner Vortreflichkeit so sehr überzeugt und erwärmt, empfahl es rund um mich her, so weit ich konnte. Ohne Zweifel kennen Sie es jezt auch schon. Unser guter <persName key="24471">Hofpr. Schultz</persName> versicherte [/] lezthin, daß <persName key="24497">H. Prof. Stäudlin</persName> ihm in <hi rend="slant:italic">sehr Vielem</hi> zuvorgekommen wäre, was er selbst in den künftigen Theilen seiner <name key="26512" type="work">Prüfung der Kantischen Critik</name> hätte anbringen wollen. – Des Schreibens über – für – wider Kant ist auf der lezten Messe kein Ende gewesen, wie Sie das in jedem Büchercatalog von der <orgName key="6043">Ostermesse</orgName> selbst finden werden. Hofpr. Schultz las uns leztens in der Kön. D. Gesellsch. eine sehr schöne Abhandl Ueber das allmählige Emporsteigen des menschlichen Geistes zur nähern Erkenntniß des Weltgebäudes, vor. Diese Vorlesung wird einem der nächsten Stücke des preuß. Archivs inserirt werden.<lb/><persName key="4253">H. Oberconsistorialrath <hi rend="slant:italic">Teller</hi></persName> aus <placeName key="15">Berlin</placeName> schrieb mir vor einigen Tagen, daß er eben jezt die <name key="24499" type="work"><hi rend="slant:italic">Religion der Vollkommnern</hi></name> abdruken läßt; er könne mir aber noch nicht ein Exemplar davon mitschiken, weil er selbst noch keines von dem Druckorte <placeName key="22">Leipzig</placeName> erhalten habe. Ich bin sehr begierig darauf.<lb/>Sie haben, theuerster Mann! sich in der Meinung Ihrer hiesigen Freunde nun Ihr Versuch publici juris geworden ist, noch mehr befestiget und wir feiern hier besonders in dem würdigen Schultzischen Hause frohe Stunden des freundschaftlichen Andenkens an Sie, und jedesmal werden damit die beßten Wünsche für Ihr Wohl verknüpfet. Ich bin von ganzem Herzen<lb/>der<lb/>Ihrige<lb/>Borowski. </p></div></body></text></TEI>
