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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16116"><titleStmt><title>Johann Gottlieb Fichte an Samuel Gotthelf Fichte</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16116</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Fichte, Johann Gottlieb: Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Abteilung III, Bd. 3: Briefe 1796‒1799. Hg. v. Hans Gliwitzky und Reinhard Lauth. Unter Mitwirkung v. Peter K. Schneider und Manfred Zahn. Stuttgart 1972, S. 64‒65.</title></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</institution><repository key="http://digital.slub-dresden.de/id"/><idno type="signatur">Mscr. Dresd. App. 1499, Nr. 13</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16116"><correspAction type="sent"><persName key="7180" ref="https://d-nb.info/gnd/118532847 ">Johann Gottlieb Fichte</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1797-06-08">1797-06-08</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="23780">Samuel Gotthelf Fichte</persName><placeName key="10061" ref="https://d-nb.info/gnd/4368618-7">Rammenau</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06v5-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06v5-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="12">Jena</placeName>, d. 8. Jun. 97.	<lb/>Lieber Bruder,<lb/>Ich trug Bedenken Dir das Geld geradezu durch die Post zu übersenden, weil ich das ungeheure Porto fürchtete, und wollte deswegen sehen, ob es etwa durch Wechselbriefe zu übermachen wäre. Ich erfahre so eben auf meine Nachfrage auf der hiesigen sächß. Post, daß<lb/>50. Carolins, oder 300 rthr. Sächsisch,<lb/>als soviel ich hierdurch übersende, nicht mehr als 30. bis 32. g. Porto machen, und dies halte ich denn doch für Kleinigkeit, und trage kein Bedenken euch diese Unkosten zu verursachen.<lb/>Ich erwarte mit umlaufender Post den Empfangsschein, weil ich nicht weiß, wie viel der kleinen Nebenpost, durch die das Geld zu erhalten ist, zuzutrauen [seyn] werde.<lb/><hi rend="slant:italic">Ich erwarte die Auszahlung von 4. pro Cent, welche ich [/] selbst an <persName key="156">meine Frau</persName>, deren Schwester dieses Geld gehört, aus meinem Beutel bezahle – abgeredeter Maassen an <persName key="24380">meinen Vater</persName>, als eine kleine Pension – </hi><hi rend="weight:bold;slant:italic">ganz allein zu seiner eignen Erleichterung bei seinem Alter; besonders</hi><hi rend="slant:italic"> daß er nicht mehr so schwere Lasten trage.</hi><lb/>Du, und Bruder Gottlob steht mir für dieses Geld; und ich <hi rend="slant:italic">erwarte darüber des nächstens eine Verschreibung eures Vermögens; insoweit es dafür nöthig ist.</hi> Der Schein wird ausgestellt nicht auf 300. &lt;thlr&gt; sächsisch, weil dieser Werth wandelbar ist, sondern auf 50. Stük neue französische Louisd’or – Der Schein wird auf <hi rend="slant:italic">jährige Aufkündigung</hi> gemacht.<lb/>Ihr verwendet dieses Geld so, daß es soviel möglich auch meinen übrigen Brüdern mit zu Nutz komme: – es versteht sich, daß dies, da ihr beide allein mir dafür steht, nach eurer eignen Einsicht geschieht. – <hi rend="slant:italic">Aber ausdrüklich mache ich es zur Bedingung des Darlehns, daß nichts davon in Hannens Nutzen verwendet werde.</hi> [/] So viel über dieses Geschäft. Was den übrigen Inhalt Deines Briefs anbetrift, so wäre darüber viel zu sagen. Was darin <persName key="24381">unsere Mutter</persName> anbetrift, hat mich gerührt; und ich beklage die gute Frau. Gott, der ein anderes Gericht führt, als wir, wird ihr vergeben. Was Du von den übrigen Gliedern unsrer Familie, den Vater, und Dich ausgenommen, sagst, hat mich befremdet. Diese drolligen Geschöpfe haben also geglaubt, daß ich, nach ihrem ehemaligen niederträchtigen Betragen gegen mich, noch Pflichten gegen sie hätte, über deren Beobachtung <hi rend="slant:italic">sie</hi> Richter wären, und nach denselben mich beurtheilen dürften? Daß ich jezt durch meinen Besuch diese Pflichten gegen sie erfüllt habe, und daß nunmehro erst sie <hi rend="slant:italic">ihre</hi> Niederträchtigkeit <hi rend="slant:italic">mir</hi> verzeihen könnten? und Du, mein bessserer, und wie ich glaubte, vernünftigerer [/] Bruder, trägst kein Bedenken, mir dies zu schreiben, als ob Du halb, und halb derselben Meinung zugethan wärest?<lb/>Grüsse mir herzlich den Vater, und lebe wohl.<lb/>Dein<lb/>treuer Bruder<lb/>J. G. Fichte<lb/>40. Stük. französische Neue Louisd’or 				à 	6 rthr <lb/>	sächsisch 				240 rthr<lb/>40. St. Laubthaler à 1 r. 12 g. 					60 rthr<lb/>				Summa 	300 rthr<lb/>Indem ich den Brief schliessen will, fällt mir ein, daß es doch sichrer ist, ihn anderwärtshin, als nach <placeName key="10061">Rammenau</placeName>, zu addressieren; u. ich schike ihn daher durch Einschlag an Bursche zu Pulßnitz</p></div></body></text></TEI>
