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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16138"><titleStmt><title>Immanuel Kant an Johann Gottlieb Fichte</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16138</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Fichte, Johann Gottlieb: Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Abteilung III, Bd. 3: Briefe 1796‒1799. Hg. v. Hans Gliwitzky und Reinhard Lauth. Unter Mitwirkung v. Peter K. Schneider und Manfred Zahn. Stuttgart 1972, S. 101‒102.</title></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Handschrift verschollen</institution></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16138"><correspAction type="sent"><persName key="23798" ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</persName><placeName key="1362" ref="https://d-nb.info/gnd/4031541-1">Königsberg</placeName><date when="1797-11-06">Spätherbst 1797</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7180" ref="https://d-nb.info/gnd/118532847 ">Johann Gottlieb Fichte</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06vr-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-06vr-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p>Hochgeschätzter Freund,<lb/>Wenn Sie meine drei Vierteljahr verzögerte Antwort auf Ihr an mich abgelassenes Schreiben für Mangel an Freundschaft und Unhöflichkeit halten sollten; so würde ich es Ihnen kaum verdenken können. Kennten Sie aber meinen Gesundheitszustand und die Schwächen meines Alters, die mich genöthigt haben, schon seit Einem und einem halben Jahre alle meine Vorlesungen, gewiß nicht aus Gemächlichkeit, aufzugeben; so würden Sie dieses mein Betragen verzeihlich finden; ungeachtet ich noch dann und wann durch den Canal der <name key="2752" type="periodical">Berl. Monatsschrift</name> und auch neuerlich durch den der Berliner Blätter von meiner Existenz Nachricht gebe, welches ich als Erhaltungsmittel durch Agitation meiner geringen Lebenskraft, ob zwar langsam und nur mit Mühe thue, wobei ich mich jedoch fast ganz in’s praktische Fach zu werfen mir gerathen finde, und die Subtilität der theoretischen Spekulation, vornehmlich wenn sie ihre neuern, äußerst zugespitzten Apices betrifft, gern Andern überlasse. <lb/>Daß ich zu dem, was ich neuerlich ausgefertigt habe, kein anderes Journal als das der Berliner Blätter wählte, werden Sie und meine übrigen philosophirenden Freunde mir als Invaliden zu Gute halten. Die Ursache ist: weil ich auf diesem Wege am geschwindesten meine Arbeit ausgefertigt und beurtheilt sehe, indem sie, gleich einer politischen Zeitung, fast posttäglich die Erwartung befriedigt, ich aber nicht weiß, wie lange es noch dauern möchte, daß ich überhaupt arbeiten kann.<lb/>Ihre mir 1795 und 1796 zugesandten Werke sind mir durch <persName key="24484">Herrn Hartung</persName> wohl zu Handen gekommen.<lb/>Es gereicht mir zum besondern Vergnügen, daß <name key="4933" type="work">meine Rechtslehre</name> Ihren Beifall erhalten hat.<lb/>Lassen Sie sich, wenn sonst Ihr Unwillen über meine Zögerung im Antworten nicht zu groß ist, ferner nicht abhalten, mich mit Ihren Briefen zu beehren, und mir litterärische Nachrichten zu ertheilen. Ich [/] werde mich ermannen, künftig hierin fleißiger zu seyn, vornehmlich, da ich Ihr treffliches Talent einer lebendigen und mit Popularität verbundenen Darstellung in Ihren neuern Stücken sich entwickeln sahe, damit Sie die dornichten Pfade der Scholastik nun durchwandert haben, und nicht nöthig finden werden, dahin wieder zurück zu sehen.<lb/>Mit vollkommener Hochachtung und Freundschaft bin ich jederzeit ec. <lb/>I. <hi rend="weight:bold">Kant</hi></p></div></body></text></TEI>
