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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16605"><titleStmt><title>Caroline von Schelling an Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16605</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schelling, Caroline von: Briefe aus der Frühromantik. Nach Georg Waitz vermehrt hg. v. Erich Schmidt. Bd. 1. Leipzig 1913, S. 267‒268.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16605"><correspAction type="sent"><persName key="7212" ref="https://d-nb.info/gnd/118607049 ">Caroline von Schelling</persName><placeName key="897" ref="https://d-nb.info/gnd/2018680-0">Mainz</placeName><date when="1792-09-22">1792-09-22</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="24240" ref="https://d-nb.info/gnd/100819443">Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-077e-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-077e-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="897">Mainz</placeName> d. 22. Sept. [17]92.<lb/>Wenn ich Sie nun heute aufforderte sich zu rechtfertigen, statt Ihren lezten Brief zu beantworten und Ihnen zu danken? Wenn ich Ihnen nun ganz gradezu gestehe, daß Sie etwas gethan haben, was mir in Ihnen unbegreiflich ist? Werden Sie es für Anmaßung halten? Lieber Meyer, ich muß sagen was ich denke, oder schweigen. Ich habe das lezte thun wollen, aber ich bleibe beym ersten stehn. Sie sollen nie sagen, daß irgend jemand vermocht hat, mich irre an Ihnen zu machen, außer Sie selbst. Der <name key="2822" type="periodical">Gött. Allmanach</name> wurde mir zugeschickt. Ich fand, Sie hatten dazu beygetragen ihn zum Sammelplaz unwerther Persönlichkeiten zu machen. Auf wen Ihr H<name key="9825" type="work">uberulus Murz[uphlus]</name> geht, weis ich nicht gewiß, aber wenn auch meine Vermuthung darüber unrichtig wär, so weis ich doch das gewiß, daß Sie keine Ihrer Freundinnen hätten in die Verlegenheit sezen müßen, solche feine Satiren zu – übersehn. Was sich ein Mann im Zirkel seiner Vertrauten erlauben mag, darüber sind meine Begriffe als Weib vielleicht zu eingeschränkt, allein daß es Dinge giebt, die er nicht drucken laßen muß, wag ich zu behaupten. Nun giebts eine Voraussetzung, unter der ich es vollends unverzeihlich finde, wenn nehmlich die <persName key="249">ersten Silben des Nahmens</persName> und das Wort Mainz auf Ihren Gegenstand hindeuten. Meyer, was konte Ihre Absicht seyn, und wo war Ihr Stolz? Wolten Sie wehe thun? Gut, das soll keine malhonnete Leidenschaft seyn, aber dieser Weg! – der so sicher seines Zwecks verfehlen muß, wenn er entdeckt wird. Sie sind nicht gleichgültig gegen das Urtheil Ihrer Freunde – weit entfernt die Schwäche zu verspotten, liebte ich sie in Ihnen – wie wird man denn jezt richten, und wahrlich nicht Eigenliebe und partheiische Freundschaft allein werden den Spruch fällen.<lb/>Möchten Sie mir dies beantworten können – ich kan jezt – ich möchte aber auch nichts weiter hinzusezen. <lb/>Schreiben Sie doch bald.</p></div></body></text></TEI>
