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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16649"><titleStmt><title>Caroline von Schelling an Luise Gotter</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16649</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schelling, Caroline von: Briefe aus der Frühromantik. Nach Georg Waitz vermehrt hg. v. Erich Schmidt. Bd. 1. Leipzig 1913, S. 382‒383.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16649"><correspAction type="sent"><persName key="7212" ref="https://d-nb.info/gnd/118607049 ">Caroline von Schelling</persName><placeName key="60" ref="https://d-nb.info/gnd/42808-5">Braunschweig</placeName><date when="1796-06-05">1796-06-05</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7382" ref="https://d-nb.info/gnd/139524347">Luise Gotter</persName><placeName key="14" ref="https://d-nb.info/gnd/4021652-4">Gotha</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-078m-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-078m-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="60">Braunschweig</placeName> d. 5ten Jun. [17]96.<lb/>Du hast mich vergeßen, liebe Louise – Seit Monaten fleh ich vergebens um ein Wort. <persName key="30">Auguste</persName> verschmachtet fast – wirklich, ich habe zu thun gehabt um ihre heftige Sehnsucht nach einem Brief von <persName key="4288"><hi rend="slant:italic">Cécilen</hi></persName> zu mildern, sie stieg mit jedem Postag, und brach in Klagen und Schmähungen aus. Wie komt es, daß Ihr unsrer so gar nicht achtet? Wir haben in unsrer Verzweiflung den Vorsaz gefaßt, euch in eigner Person darum zu fragen, und Du mußt nicht erschrecken, Liebe, wenn ich Dich um ein Obdach für ein oder zwey Nächte, etwa in der Mitte des Julius, ersuche. Diesmal solst Du nicht vergebens nach mir aussehn – ich komme unter guten Schuz, aber für den Schuz bitt ich auch um ein Quartier. Du hast ja zwey Betten, Gustel schläft bey <hi rend="slant:italic">Cécilen</hi>. Wenn Du Dich hierinn nicht finden kanst, so geh und frage die <hi rend="slant:italic">Chanoinesse</hi>, die ist das Orakel und weiß alles.<lb/>Das wird Dir doch endlich eine Antwort abnöthigen. Auguste erhöht meine Freude – ich kan die ihrige mit keiner vergleichen, als mit der, die ich fühlte, da ich die Thürme von <placeName key="14">Gotha</placeName> zum erstenmal in meinem 15ten Jahr wieder sah. Das Herz will ihr springen. Sie hat Deine <persName key="3117"><persName key="6356">Kinder </persName></persName>wahrhaftig lieber wie alles in der Welt, außer mich. Laß doch <hi rend="slant:italic">Cécilen</hi> schreiben, und sage dieser, daß ich ihr einen hübschen Plan für künftigen Sommer mitzutheilen hätte.<lb/>Die <hi rend="slant:italic">Chanoinesse</hi> wird Dir eine Bitte vortragen, die ich Dir bestens empfehle. Schreib mir ja bald, und grüße <persName key="2879">Gottern</persName> und Tante Lorchen. G. wird meinen Schuz gewiß gut und in den seinigen aufnehmen. Schilt übrigens ja nicht auf mich, daß ich so lange schweigen konte. So viel Kummer und Sorgen können das Herz wohl ein wenig verschließen, aber der erste Strahl der Freude öfnet es, wenn es von Natur so wenig verschloßen ist, wie das meinige.</p></div></body></text></TEI>
