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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16673"><titleStmt><title>Caroline von Schelling, Auguste Böhmer an Georg Joachim Göschen</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16673</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schelling, Caroline von: Briefe aus der Frühromantik. Nach Georg Waitz vermehrt hg. v. Erich Schmidt. Bd. 1. Leipzig 1913, S. 444‒445.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16673"><correspAction type="sent"><persName key="7212" ref="https://d-nb.info/gnd/118607049 ">Caroline von Schelling</persName><persName key="7383" ref="https://d-nb.info/gnd/122506979 ">Auguste Böhmer</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1797-12-16">1797-12-16</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7127" ref="https://d-nb.info/gnd/118695916 ">Georg Joachim Göschen</persName><placeName key="22" ref="https://d-nb.info/gnd/4035206-7">Leipzig</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-079a-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-079a-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="12">Jena</placeName> d. 16 Dez. 97.<lb/>Liebster Freund, ich bin noch krank – aber lassen Sie uns nicht davon reden, denn ich möchte gern den Seidelbast mit Stillschweigen übergehn, der mir nun wirklich auf dem Arme liegt und zieht, nachdem er drey Tage auf die Seite meines Eigensinns getreten zu seyn und nichts wirken zu wollen schien. Auch isländisch Moos trinke ich und Ihr Celanienpulver kommt zu spät.<lb/>Wie oft ich den Morgen ans Fenster gegangen bin und dachte und hofte, Sie würden in dem schmälichen Regen, der sich gleich hinter Ihnen her ergoß, wieder umgekehrt seyn. Aber Sie sind noch eigensinniger wie ich. Wir hatten alle keine Ruhe, bis wir Sie uns doch etwa in <placeName key="262">Naumburg</placeName> denken konten, und es war recht gut, daß Sie uns Nachricht gaben. Nie werden wir Sie wieder auf die Art von uns lassen.<lb/>Die bewusten <hi rend="slant:italic">Reinetten</hi> soll ich Morgen haben und denke sie Ihnen noch vor Weinachten schicken zu können, aber Sie Böser haben gewiß Ihr<hi rend="slant:italic"> Memorandum book</hi>, Ihr <name key="2918" type="work">Herrmann und Dorotheechen</name> verlohren, daß ich keinen Bast zum Kleide für <persName key="30">Gusteln</persName> kriege, den ich doch ganz nothwendig haben muß. <persName key="27">Liebste Göschen</persName>, helfen Sie mir doch ja damit – es ist das solide Stück von Gustels Weinachten. – Am Mittwoch oder heute hätte es schon kommen können, wenn Ihr Mann mit einen Gedanken sich unsrer errinret hätte.<lb/>Sag ichs nicht, daß sich alle <persName key="24839"><persName key="2814">Barone</persName></persName> an Sie wenden? Diesen Nachmittag hat der <persName key="4173">Cammerherr Einsiedel </persName>hier gesessen und gemunkelt, daß er Ihnen gar zu gern – so mit der Zeit – seine vollständige <name key="11491" type="work">Theorie der Schauspielkunst</name>, die er allein ohne <hi rend="slant:italic"><persName key="24">Jean Paul</persName> </hi>schreibt, gönnen möchte – es sollen Kupfer, aber nur skizzirte Umrisse so wie etwa die <name key="26562" type="work"><hi rend="slant:italic">Attituden</hi> der<hi rend="slant:italic"> <persName key="6010">Lady Hamilton</persName></hi></name> dazu kommen? Werden Sie ihm gar keine Hoffnung machen? Er ist im Grunde zehnmal mehr werth wie Ihre andern Barone. <persName key="766">Schlegel</persName> wird den kleinen Versuch anzeigen und hat zugleich den Auftrag von ihm den Verstoß mit <hi rend="slant:italic">Jean Paul </hi>zu erläutern. In der Michaelmesse kommt Einsiedel nach <placeName key="22">Leipzig</placeName> – wenigstens deucht mich, daß er so sagte.<lb/>Ich habe von der <persName key="25094">Griesbachen</persName> keine Buchstaben gekriegt. Sie soll Ihnen zum heilgen Christ ein ganz frisches <hi rend="slant:italic">Alfabeto</hi> backen.<lb/>Leben Sie wohl, bester Freund – nehmen Sie unsre herzlichsten Grüße für sich und <persName key="5380"><persName key="5381"><persName key="27"><persName key="5382">Ihre Lieben</persName></persName></persName></persName>, komen Sie bald, bald wieder und bleiben Sie uns zugethan.<lb/>C. S.<lb/>So schadenfroh bin ich doch nicht gewesen mich über Ihr unglück zu freun, im gegentheil wir haben Sie sehr bedauert; aber eine kleine strafe ist es doch, daß Sie nicht noch länger Hier blieben, Die Gans war sehr schön. grüßen Sie indessen Ihre ganze <persName key="5380"><persName key="5381"><persName key="27"><persName key="5382">Familie</persName></persName></persName></persName> und sich selbst von Ihrer<lb/>Auguste.<lb/>Die <name key="2857" type="work"><name key="11850" type="work">Klopstockschen Oden</name></name>, die Sie vergessen haben, hiebei.</p></div></body></text></TEI>
