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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16684"><titleStmt><title>Auguste Böhmer an Cäcilie Gotter</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16684</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schelling, Caroline von: Briefe aus der Frühromantik. Nach Georg Waitz vermehrt hg. v. Erich Schmidt. Bd. 1. Leipzig 1913, S. 499‒500.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16684"><correspAction type="sent"><persName key="7383" ref="https://d-nb.info/gnd/122506979 ">Auguste Böhmer</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1799-02-18">1799-02-18</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="24249" ref="https://d-nb.info/gnd/116788615">Cäcilie Gotter</persName><placeName key="14" ref="https://d-nb.info/gnd/4021652-4">Gotha</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-079l-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-079l-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="12">Jena</placeName> den 18 Februar 1799.<lb/>… Du wirst Dich errinneren, daß voriges Jahr zu <persName key="2983">Loder</persName> seinen Geburtstag eine Kinderkomödie aufgeführt wurde. Dieses mal wird wieder gespielt, aber eine ordentliche von großen Personen, und die <persName key="23">Mutter</persName> und ich spielen auch mit. Die Stücke, die gespielt werden, sind <name key="24971" type="work"><hi rend="weight:bold">die </hi><hi rend="weight:bold;spacing1:3">Heurath durch ein Wochenblat</hi></name><hi rend="spacing1:3"> und </hi><name key="24972" type="work"><hi rend="spacing1:3;weight:bold">der Schwarze Mann</hi>.</name> Das erste Stück ist recht drollig …  unter andern macht die Mutter die Rolle einer Schneidersfrau, die sich für eine Gnädige Frau ausgiebt und einen Schneiders Purschen als ihren Jockey verkleidet, daß ist nun ganz zum todtlachen … den verkleideten Schneiders Purschen werde ich die Ehre haben vorzustellen, und die Mutter läßt mir deswegen eine ordentliche Jungenstracht machen …<lb/>Du wirst wohl schon wissen, daß neulich in <placeName key="58">Weimar</placeName> <name key="6255" type="work"><hi rend="weight:bold;spacing1:3">Piccolomini</hi>,</name> der erste Theil von Schillers <name key="1415" type="work">Wallenstein,</name> aufgeführt ist. Wir fuhren hinüber. Das Stück ist äußerst intereßant, es enthält die Trennung der beiden Piccolomini wegen <persName key="4834">Wallensteins</persName>, und deßen öfentlichen Abfall von [dem] <persName key="6008">Kaiser</persName>. Schiller hat der anhänglichkeit des Jungen Piccolomini noch einen andern Grund gegeben als in der Geschichte; er liebt Wallensteins Tochter Thekla, die sehr liebenswürdig geschildert ist. Das Gastmahl ist auch drin, wo sich alle Generals der Armee unterschreiben ihm unumschränckt zu dienen. Und wie der Vater Piccolomini sie durch List und Versprechungen und indem er ihnen vorstellt, daß sie dem keine Treue schuldig sind, der selbst ein Verräther an seinem Herrn ist, wieder auf die Seite des Kaisers lockt, und Wallenstein, der so fest auf die Treue seiner Armee baut, auf einmal von lauter Feinden umringt ist. Daß alles ist so hinreißend geschildert, so intereßant! daß ich ganz außer mir war, und ich kanns noch nicht verwinden. Der Astrolog <persName key="26724">Seni</persName> kömmt auch schon vor und eine Scene, wie sie die Sterne beobachten in Wallensteins Astrologischen Thurm. Daß war eine sehr schöne Dekoration. Überhaupt war vors Auge ebenso gesorgt wie für den Geist, die Dekorationen waren sehr Prächtig, wie auch die Kleidung. Bald wird nun auch wohl <name key="23518" type="work">Wallensteins Todt</name> aufgeführt werden. Daß wird erst was werden! Da wird man nicht ganz auß dem Theater kommen vor interesse …</p></div></body></text></TEI>
