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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="16707"><titleStmt><title>Sophie Tischbein an Caroline von Schelling</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext mit Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16707</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schelling, Caroline von: Briefe aus der Frühromantik. Nach Georg Waitz vermehrt hg. v. Erich Schmidt. Bd. 1. Leipzig 1913, S. 608‒609.</title></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/16707"><correspAction type="sent"><persName key="7401" ref="https://d-nb.info/gnd/117400254">Sophie Tischbein</persName><placeName key="22" ref="https://d-nb.info/gnd/4035206-7">Leipzig</placeName><date when="1800-08-28">1800-08-28</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7212" ref="https://d-nb.info/gnd/118607049 ">Caroline von Schelling</persName><placeName key="236" ref="https://d-nb.info/gnd/2005630-8">Bamberg</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07a8-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07a8-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p><placeName key="22">Leipzig</placeName> den 28ten August [1800].<lb/>Sie haben <persName key="12151"><persName key="5704"><persName key="2065">meinen Kinderen</persName></persName></persName> viel Schmerz, aber auch zugleich viel Freude mit den überschickten Sachen von der Himmlischen <persName key="30">Auguste</persName> gemacht – die guten Mädchens konten sich den ganzen Tag nicht faßen, sie weinten unauffhörlich. – Ich sahe gern diese Tränen fließen, denn die holde Auguste verdient, daß sie ihrer so gedenken. – O Gott, liebe Schlegelin, Ihnen sage ich nichts – Ihr Schmerz ist gerecht, und Ihr Verlust unersezlich – wie Sie ihn tragen, begreiffe ich nicht – Auch mich kostet der Thodt des guten Kindes manche Träne, ich hatte sie lieb und werth beinah wie mein eigen Kind, und liebte mich nicht Auguste auch mit beinah Kindlicher Zärtlichkeit? –<lb/>Sie würden schon früher einen Brief von mir bekommen haben, allein ich wollte gern die Zeichnung von <persName key="2065">Caroline</persName> mit beilegen. – Nur ein Wort wegen dem <name key="4370" type="work">Portrait des lieben Kindes</name>. – <persName key="1958">Tischbein</persName> grüßt Sie, und verspricht bald möglichst <name key="4571" type="work">das Bild</name> zu schicken, allein das, welches Sie gesehen haben, zu endigen, ist nicht möglich, wenn der Hals, die Haare, und die neben Sachen würden übermalt werden, würde der Kopf elend gleich einem thoten Kopf außsehen, – etwaß, auch nur die geringste Kleinigkeit am Kopf machen wäre zu gefährlich, die Ähnlichkeit könte mit einem mal dahin sein, es bleibt allso nichts überig, als nach dem unvollendeten <hi rend="slant:italic">original</hi> eine getreue gute, und fertige, Copie zu machen, diese ist schon untermahlt und wird sehr ähnlig werden. Sie bekommen alsdenn ein ordentliches fertiges Bild, an dem Sie Freude haben werden, und worin Sie das süße Geschöpf ganz wieder erkennen werden, nur bittet Ti. um ein wenig Gedult, er hat Arbeit vor <hi rend="slant:italic">Orlof</hi> zu endigen, diese eilt, weil in Zeit von 14 Tagen <persName key="24991"><hi rend="slant:italic">Orlof</hi></persName> von <placeName key="4331">Lauchstädt</placeName> zurückkommt und seine Bilder mit nämen will. Ihren Wunsch wegen dem heiligen Schein wird Ti. gern erfüllen – aber ein kleines Bild, wie Sie zu haben wünschen, ist ihm nicht möglich zu machen, erstlich ist er darin gar nicht geübt und denn würden es auch seine Augen nicht erlauben – es ist ihm leid Ihnen diese Bitte nicht gewähren zu können. Die Zeichnung von Caroline ist dem Bilde sehr ähnlich und ich hoffe, Sie werden damit zufrieden sein – begnügen Sie sich mit diesem Werk, (das Caroline ob zwar mit Tränen, aber doch so gern und mit viel Fleiß gemacht hat. –) biß Sie das Bild besizen, alsdenn nimmt <persName key="766">Schlegel</persName> die Zeichnung wohl gern. Vor mich macht Caroline eine andere Zeichnung, und vor sich und <persName key="12151">Betti</persName> ein Miniatur auf eine Brieftasche, worin die aufgehobenen Briefe der lieben Auguste sein werden. Meine Kinder werden nie wieder ein Mädchen finden, die sie so lieben werden, Auguste wird ihnen ewig unvergeßlich bleiben. – Leben Sie wohl, arme, bedaurungswürdige Mutter. Ihre Sie immer liebende<lb/>Sophie Tischbein.</p></div></body></text></TEI>
