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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="17758"><titleStmt><title>Friedrich Schleiermacher an Friederike Eleonore Elisabeth von Aulock</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext ohne Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/17758</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Kritische Gesamtausgabe. Abt. 5, Bd. 2. Briefwechsel 1796‒1798 (Briefe 327‒552). Hg. v. Andreas Arndt u. Wolfgang Virmond. Berlin u.a. 1988, S. 68‒70.</title></bibl><bibl>https://schleiermacher-digital.de/briefe/</bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/17758"><correspAction type="sent"><persName key="7133" ref="https://d-nb.info/gnd/118608045">Friedrich Schleiermacher</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName><date when="1796-10-01">Ende 1796</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="24894">Friederike Eleonore Elisabeth von Aulock</persName><placeName key="24895">Nimptsch</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zq-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zq-1.tif"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zq-2.tif"/></facsimile><text><body><div><p>An Fr. v Aulok.<lb/>Haben am heilenden Quell die Nymphen Dir freundlich geschmeichelt <lb/>Sorgsam Deiner gepflegt? zärtlich Dich Schwester genannt,<lb/><hi rend="weight:bold">Ihre</hi> Kräfte bewährt, und <hi rend="weight:bold">Deine</hi> gerühmt, daß die Kranken<lb/>Dein Geist sichrer erquikt, als ihr Wasser sie heilt?<lb/>Haben sie Dich liebkosend gelokt oft wiederzukehren<lb/>ihre Zierde, wenn Du Heilung bei ihnen Dir suchst?<lb/>Wolfeil gab ihnen die Wahrheit das Lob, die Reize der Zauber <lb/>ihrer Fluren, doch ach leider zu bösem Gebrauche.<lb/>Was sie Dir schönes gesagt, und gutes erwiesen, war alles<lb/>mir zum Verdruß, nur mir war es zum Unglük erdacht,<lb/>Daß ich sie manchmal genekt, an ihren Reizen gezweifelt<lb/>und bei Dianen, im Scherz, sie bei der strengen verklagt<lb/>Daß ich den reineren Quell aus kühlem Felsen und dichter<lb/>Haine Gewölben wol mehr acht, als ihr marmornes Bad:<lb/>So viel ist mein Verbrechen, und dafür schworen sie Rache<lb/>unerbittlich, und mehr hielten sie noch als den Schwur.<lb/>Hätt ich nicht, ohne sie, Dich in Pangel damals besuchet <lb/>Deines Anschauns mich, Deines Gespräches erfreut?<lb/>Dich gesehn, die zärtliche Mutter der hoffenden Kinder <lb/>und im Schooß der Natur die feinfühlende Frau?<lb/>Und am Lager der Dulderin, die Du so kindlich verehrest <lb/>fromme Tugenden Dich sorgsam üben gesehn?<lb/>Dich die Freundin der Schwester, der mir so innig geliebten <lb/>welche mein halbes Ich mir der Himmel geschenkt?<lb/>Hätte sie nicht des süßen Gesprächs uns vieles bereitet <lb/>daß ich der fliehenden Zeit ängstlich geflehet zu stehn?<lb/>Mir in Dein Herz der schönen Aussichten viele geöfnet<lb/>Dir mit weiserer Hand meine Fehler verdekt? –<lb/>Doch das konnte sie nicht, hätt ich mich selber gezeigt, hier <lb/>mischt in den großen Verlust doch sich ein kleiner Gewinn.<lb/>Werther hältst Du mich so! sie mahlte mich besser als wahr ist <lb/>immer schmeichelt das Bild führet den Pinsel die Gunst<lb/>Wol viel schönes erzählt sie von mir im Vertrauen u<hi rend="slant:italic">nd</hi> leihet <lb/>ohn es zu wißen, was ihr nur gehöret an mich<lb/>Glaub es alles, und miß nach ihrem Maaße die Gunst ab, die Du auch ungesehn mir dem entferneten schenkst<lb/>Eins nur hätte sie wol vermeiden sollen – der Dichtrinn <lb/>auszuplaudern, daß ich Verse zu machen gewagt.<lb/>Willst Du den Fehler ihr freundschaftlich versöhnen, so wirke <lb/>am Parnaße dafür Sündenvergebung mir aus.</p></div></body></text></TEI>
