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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="17759"><titleStmt><title>Samuel Ernst Stubenrauch an Friedrich Schleiermacher</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext ohne Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/17759</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Schleiermacher, Friedrich Daniel Ernst: Kritische Gesamtausgabe. Abt. 5, Bd. 2. Briefwechsel 1796‒1798 (Briefe 327‒552). Hg. v. Andreas Arndt u. Wolfgang Virmond. Berlin u.a. 1988, S. 71‒79.</title></bibl><bibl>https://schleiermacher-digital.de/briefe/</bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/17759"><correspAction type="sent"><persName key="24865" ref="https://d-nb.info/gnd/139551379">Samuel Ernst Stubenrauch</persName><placeName key="10562" ref="https://d-nb.info/gnd/4034340-6">Landsberg (Warthe)</placeName><date when="1797-01-04">4. bis 13. Januar 1797</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7133" ref="https://d-nb.info/gnd/118608045">Friedrich Schleiermacher</persName><placeName key="15" ref="https://d-nb.info/gnd/2004272-3">Berlin</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-1.tif"/><graphic n="3" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-2.tif"/><graphic n="4" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-3.tif"/><graphic n="5" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-4.tif"/><graphic n="6" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-5.tif"/><graphic n="7" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-6.tif"/><graphic n="8" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-7.tif"/><graphic n="9" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-07zr-8.tif"/></facsimile><text><body><div><p>Landsb. an d Warthe d. 4ten Januar 1797 <lb/>Mein lieber Neveu<lb/>Diesmal freilich wohl eine etwas lange Pause in unserem Briefwechsel, die meinerseits darin einigen Grund hat, daß ich nicht gern eher wieder schreiben wollte, bis ich Ihnen doch einige beruhigende Nachricht von der Mama Gesundheitszustande geben konnte[.] Und nun kann ich Ihnen denn auch schreiben, daß sie noch vor dem neuen Jahre e<hi rend="slant:italic">in</hi> paarmal ausgegangen ist. Aber freilich anjetzt, da bald Thauwetter bald Glatteis ist, vergeht unser einem das Ausgehen gar sehr[.] Während der Krankheit meiner guten Frau hat die gute B<hi rend="slant:italic">enike</hi> sich unser treulich angenomen, und der Mama nicht nur gute Krankensuppen, sondern auch die ganze lange Zeit über das Essen für mich besorgt.<lb/>Damit Sie sehen, daß Mama jetzt wieder g<hi rend="slant:italic">anz</hi> munter ist, so will ich mich nur gleich eines Auftrags, den sie mir so eben giebt, entledigen. Sie will behaupten, von Ihnen selbst gehört zu haben, daß Sie e<hi rend="slant:italic">in</hi> Sopha für eins d<hi rend="slant:italic">er</hi> allerersten Bedürfniße hielten, u<hi rend="slant:italic">nd </hi>heißt also fragen: Ob Sie Sich damit bereits versorget, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> zwar obs e<hi rend="slant:italic">in</hi> Sopha geworden oder e<hi rend="slant:italic">ine</hi> Ottomanne oder was sonst das Ding für e<hi rend="slant:italic">inen</hi> Namen führe?<lb/>Und dann wünscht sie auch einige Nachrichten zu erhalten von 2 Candidaten mit denen Sie ab<hi rend="slant:italic">er</hi> meines Bedünkens wohl eben nicht oft zusamen komen werden – neml<hi rend="slant:italic">ich</hi> von den ehr<hi rend="slant:italic">lichen</hi> Widekind und von Pauli – von lezterm werden Sie uns wenigst<hi rend="slant:italic">ens</hi> – vielleicht – schreiben können, was man in Berlin von s<hi rend="slant:italic">einen</hi> Kanzelgaben halte? |<lb/>So eben las ich die Zeitung – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> in derselben das Gedicht von Gedicke. Daß d<hi rend="slant:italic">er</hi> Polarstern – auch untergegangen, laße ich mir gefallen, wünsche u<hi rend="slant:italic">nd</hi> hoffe, daß das Neue Gestirn am nörd<hi rend="slant:italic">lichen</hi> Himmel sich auch ferner gegen uns<hi rend="slant:italic">er </hi>Haus so freundschaft<hi rend="slant:italic">lich</hi> betrage, als – bey seinem Aufgange. Ab<hi rend="slant:italic">er</hi> was sagt m<hi rend="slant:italic">an</hi> von dem Tode uns<hi rend="slant:italic">eres</hi> Pr<hi rend="slant:italic">inzen</hi> Lud<hi rend="slant:italic">wig</hi>? Wir hatten hier schon am Freytag Abend die Nachricht – ich wollte es ab<hi rend="slant:italic">er</hi> Anfangs nicht glauben, zumal da m<hi rend="slant:italic">an</hi> v<hi rend="slant:italic">on</hi> d<hi rend="slant:italic">er</hi> Art s<hi rend="slant:italic">eines</hi> Todes u<hi rend="slant:italic">nd</hi> den Ursachen desselben so sonderb<hi rend="slant:italic">ar</hi> sprach, daß m<hi rend="slant:italic">an</hi> ihn als Folge d<hi rend="slant:italic">er</hi> Ritteln angab – die d<hi rend="slant:italic">er</hi> Pr<hi rend="slant:italic">inz</hi> gleichw<hi rend="slant:italic">ohl</hi> bereits im Sommer gehabt[.] Am allermeisten dauert mich s<hi rend="slant:italic">eine</hi> vortref<hi rend="slant:italic">liche</hi> Gemahlin in so mannichfalt<hi rend="slant:italic">iger</hi> Rüksicht.<lb/>d<hi rend="slant:italic">en</hi> 6ten Gestern Abend kam die gute Fr<hi rend="slant:italic">au</hi> Coelern zu uns um Abschied zu nehmen[.] Ich hatte Ihre lezte ausführ<hi rend="slant:italic">liche</hi> Nachrichten ihre Kinder betreffend ihr nicht so bald mittheilen können, als ich gewünscht, <hi rend="slant:italic">wei</hi>l ich damals, als ich Ihren Br<hi rend="slant:italic">ief</hi> erhielt, noch beynahe 14 Tage in meinem traurigen HausArrest war[.] Zum Glück besuchte mich d<hi rend="slant:italic">er</hi> gute Kieter, und durch den ließ ich ihr einige Nachricht ertheilen, worauf sie auch gleich am folgenden Tage zu uns kam – und große Verwundrung bezeigte, Maman noch krank zu finden[.] Man sieht daraus, wie wenig sich hier die Leute um einand<hi rend="slant:italic">er</hi> bekümmern. Jedes geht nur s<hi rend="slant:italic">einen</hi> Vergnügungen nach. Die gute Coelern läßt Ihnen tausendmal danken, daß Sie sie einigermaßen beruhiget, noch mehr ab<hi rend="slant:italic">er</hi> für Ihre gütigen Versicherungen auch noch ferner für anderweitiges Unterbringen dieser Kinder sorgen zu wollen[.] Sie ist freilich bisher in dem seltsamen Wahne gewesen, als ob die Knaben dort in allem, was e<hi rend="slant:italic">inem</hi> jungen Menschen zu wißen nöthig, hinlänglich [<hi rend="slant:italic">unterrichtet würden</hi>] – bis | zur Universität[.] Nun war sie freilich in ziemlicher Verlegenheit, da indeß d<hi rend="slant:italic">er</hi> älteste von den Burschen nur 12 Jahr, so denke ich, werden sie vor d<hi rend="slant:italic">er</hi> Hand wohl noch etwas in Oranienb<hi rend="slant:italic">urg</hi> bleiben können, bis man sieht wo m<hi rend="slant:italic">an</hi> sie sonst auf eine wohlfeile Weise u<hi rend="slant:italic">nd</hi> mit d<hi rend="slant:italic">er</hi> Anwartschaft einer baldigen <hi rend="weight:bold">Freystelle</hi> unterbringen kann. Sie werden darüber da Sie an Ort u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Stelle – u<hi rend="slant:italic">nd </hi>mit H<hi rend="slant:italic">errn</hi> Sack u<hi rend="slant:italic">nd </hi>Meierotto sehr bekannt sind, am besten Rath geben u<hi rend="slant:italic">nd </hi>urtheilen können, ob m<hi rend="slant:italic">an</hi> beyde Knaben etwa vorläufig unter die Exspectanten einschreiben laßen muß. Noch gestern trug mir Fr<hi rend="slant:italic">au</hi> Coeler auf Ihnen ihre große Dankbarkeit zu versichern, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Sie inständigst zu bitten, daß Sie Sich ihrer u<hi rend="slant:italic">nd</hi> ihrer Kinder ferner gütig annehmen wollen[.] Sie ist heute nach Hause gereiset, von ihrer Mutter abgeholt; ihre Tante Fr<hi rend="slant:italic">au</hi> Werkm<hi rend="slant:italic">eister</hi> ist zw<hi rend="slant:italic">ar</hi> zeither imer unpäßlich, besteht ab<hi rend="slant:italic">er</hi> doch darauf, daß sie ihren Sohn selbst nach Stettin bringen wolle und müße, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> wird in diesen Tagen abreisen[.] Die gute Coelern hat von ihrem Uebel gar nicht befreyet werden können, und ihr Gehör ist noch schlechter als vorher[.] H<hi rend="slant:italic">err </hi>Schneider hat ihr gesagt, da s<hi rend="slant:italic">eine</hi> bisherigen Arzneyen den gehofften Erfolg nicht gehabt, so werde er ihr nun nichts mehr verordnen[.] Wegen ihres Gehörs hat er sie vertröstet, da sie bisher so sehr vieles habe abzuführen einnehmen müßen, so sey es dadurch vermuthlich geschwächt, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> werde sich wohl wieder finden<lb/>Bey meiner Frauen Krankheit konte ich ihn nicht gleich zu Rathe ziehen denn er war gerade in Berlin – aus ähnlichen Fällen belehrt wünschte sie e<hi rend="slant:italic">ine</hi> span<hi rend="slant:italic">ische</hi> Fliege – deshalb ward Schwarzenberger geholt, der sich ab<hi rend="slant:italic">er</hi> bey d<hi rend="slant:italic">er</hi> ganzen Sache sehr gut benahm – ihr e<hi rend="slant:italic">in</hi> gelindes Vomitiv gab, dann e<hi rend="slant:italic">ine</hi> Ader zu öfnen rieth, wozu sie sich endlich auch bereden ließ – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> dann erst e<hi rend="slant:italic">in</hi> Zugpflaster auflegte[.] Da M<hi rend="slant:italic">ama</hi> sich merklich – schon nach dem Vomitiv, welches sonst, wie | Sie sich vielleicht noch erinnern werden, gar nicht ihre Sache ist – erleichtert fand – so faßte sie – sehr natürlich – e<hi rend="slant:italic">in </hi>gutes Zutrauen zu diesem Manne, bey dem ich auch in d<hi rend="slant:italic">er</hi> That mehr Kenntniße u<hi rend="slant:italic">nd</hi> richtige Begriffe [<hi rend="slant:italic">fand</hi>.] Das war nun manchen unserer Herren und Damen, näheren u<hi rend="slant:italic">nd</hi> entfernteren – e<hi rend="slant:italic">in</hi> seltsames Phänomen, daß m<hi rend="slant:italic">an</hi> e<hi rend="slant:italic">in</hi> Zutrauen haben könnte zu e<hi rend="slant:italic">inem</hi> Manne, d<hi rend="slant:italic">er</hi> so gar <hi rend="slant:italic">nicht</hi> en vogue[.] Als uns<hi rend="slant:italic">er</hi> guter Schneider das erstemal von Berlin wiedergekomen – da war ich noch in meinem honorablen HausArrest – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> ehe wir es uns versahen, war er auch schon wieder fort nach Berlin[.] Indeß war meine Frau auch wieder so ziemlich – ab<hi rend="slant:italic">er</hi> bald nachdem er nun wieder z<hi rend="slant:italic">um</hi> 2tenmal zurük – hatte sie mit einemmal wieder e<hi rend="slant:italic">in</hi> heftiges Reißen im ganzen Kopf, da paßte ich ihm auf, als er des Morgens nach dem Lazareth – rief ihn herein – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> erbat mir s<hi rend="slant:italic">einen</hi> guten Rath aus – und der war – das ist e<hi rend="slant:italic">in</hi> böser Rheumatismus, da ist weiter nichts zu thun, als Canthariden<lb/>d<hi rend="slant:italic">en</hi> 7ten Heute erhalte ich eben Br<hi rend="slant:italic">iefe</hi> von Drossen, worin m<hi rend="slant:italic">an</hi> mir schreibt „H<hi rend="slant:italic">err</hi> Kriege sey den ersten Weynachtstage mit s<hi rend="slant:italic">einem</hi> Curé auf die Kanzel gekomen, worüb<hi rend="slant:italic">er</hi> e<hi rend="slant:italic">in</hi> ziemliches Gelächter in d<hi rend="slant:italic">er </hi>Kirche entstanden[.] Den folgenden Tag habe er sehr ernstlich auf s<hi rend="slant:italic">eine</hi> Zuhörer gescholten, u<hi rend="slant:italic">nd </hi>ihnen unter andern gesagt: Wenn m<hi rend="slant:italic">an</hi> lachen wolle, brauche m<hi rend="slant:italic">an</hi> nicht in die Kirche zu gehen“ – Hier war es nun, soviel ich mich erinnre, so sehr kalt am 1ten Weynachtstage eben nicht[.] Indeß soll ich Ihnen fragen: Obs etwa in Berlin schon Mode sey, daß einige Prediger im Curé die Kanzel bestiegen? Ich kann mir die Sache ab<hi rend="slant:italic">er</hi> noch leichter erklären[.] D<hi rend="slant:italic">er </hi>arme Mann mag vielleicht einen Anfall von Diarrhöe gehabt, od<hi rend="slant:italic">er</hi> sonst <hi rend="slant:italic">nicht</hi> recht wohl gewesen seyn, und hat er einmal den Curé mit in die Kirche genomen, so sehe ich <hi rend="slant:italic">nicht</hi> wohl, wo er solchen in dem so ziemlich engen Stuhle gut hätte ablegen können[.] Mir hat er ein seltsames Zettelchen zukomen laßen, welches ich nebst meiner Beantwortung unterm 26ten D<hi rend="slant:italic">e</hi>c<hi rend="slant:italic">em</hi>b<hi rend="slant:italic">e</hi>r weiter nach Cottbus befördert habe – da er mir bey s<hi rend="slant:italic">einem </hi>kurzen Besuch in Drossen sagte, daß wenn er Streitigkeit mit jemanden bekäme, er es sogleich seinem Insp<hi rend="slant:italic">ector</hi> schreiben werde, der müßte es dann ausmachen Jetzt ruft Mama aus ihrem Bette, daß es Zeit sey zu Bette zu gehn Also Gute Nacht! |<lb/>8ten Da ich gern diesen Brief morgen mit d<hi rend="slant:italic">er</hi> reitenden Post abgehen laßen möchte, denn mit der fahrenden ist es anjetzt e<hi rend="slant:italic">ine</hi> sehr misliche Sache so will ich ihn lieber jetzt zu endigen suchen, da ich mit meiner NachM<hi rend="slant:italic">ittag</hi>Pred<hi rend="slant:italic">igt</hi> – im Kopf – so ziemlich fertig bin[.] Also zunächst e<hi rend="slant:italic">ine</hi> Bitte – ich weiß nicht ob sie nicht schon in einem meiner vorigen Briefe vorgekomen, da Sie ab<hi rend="slant:italic">er</hi> doch sonst in Beantwortung m<hi rend="slant:italic">einer</hi> Br<hi rend="slant:italic">ief</hi>Fragen u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Bitten – bisher so pünktlich gewesen sind, so muß ich fast glauben, daß es nur beym Wollen geblieben seyn wird. Ich wünschte nemlich von den vielen Jugendschriften eins für uns<hi rend="slant:italic">ere </hi>Emilie, da ich mich aber auf die bloßen Titel nicht verlaßen kann so wünschte ich, daß Sie, da Sie ja Gemüthsart u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Fähigkeit und Geschmak (wofern man ihr derg<hi rend="slant:italic">leichen</hi> schon beylegen kann) sehr genau kennen, eins aussuchen möchten, das ihr nüzlich seyn könnte, es sey nun deutsch – od<hi rend="slant:italic">er</hi> französisch, etwa bis z<hi rend="slant:italic">um</hi> Preis von 1 r<hi rend="slant:italic">th</hi> 8 g<hi rend="slant:italic">r</hi> bis 1½ r<hi rend="slant:italic">th</hi>. Die Auslage würden Sie dann von der nächsten Besoldung abziehen Hätte ich den Br<hi rend="slant:italic">ief</hi> den Sie ihr an ihrem GeburtsTage geschrieben, eher zu sehen bekomen, so würde ich sie gewiß angetrieben haben; so aber sagte mir nur erst am NeujahrsTage ihre Mutter, daß w<hi rend="slant:italic">ir</hi> doch machen möchten, daß Em<hi rend="slant:italic">ilie</hi> an Sie schriebe, und wie sie nun etwas schneckenmäßig in ihren Arbeiten ist, so ging denn auch wieder eine ganze Woche vorbey, ehe er zum Werden kam, ob er nun völlig zu Stande, weiß ich nicht, denn in d<hi rend="slant:italic">er</hi> lezten Stunde nahm sie ihr Geschreibe nach Hause, um es dort völlig ins Reine zu bringen. |<lb/>Unser H<hi rend="slant:italic">err</hi> Feldpr<hi rend="slant:italic">ediger</hi> wird Sie wohl in diesen Tagen in Berlin besuchen. Gestern Abend wurden mir 2 Taufen für ihn angetragen, und ich konnte mich nicht enthalten, dem Küster zu sagen, daß es wohl schiklicher gewesen wenn H<hi rend="slant:italic">err</hi> Gerlach selbst mich darum ersucht hätte[.] Er suchte ihn aufs beste zu entschuldigen[.] Dies gefiel mir an dem Mann, ich übernahm beyde Taufen, weil gerade 3 luth<hi rend="slant:italic">erische</hi> Pr<hi rend="slant:italic">ediger</hi> Kieter, Teicher u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Appel den Nachmittag auswärts, und wahrscheinl<hi rend="slant:italic">ich</hi> wird mir Morgen auch e<hi rend="slant:italic">ine</hi> Trauung zufallen[.] Von H<hi rend="slant:italic">errn</hi> G<hi rend="slant:italic">erlach</hi> ab<hi rend="slant:italic">er</hi> ist es um so unverzeihlicher, da der Feldpr<hi rend="slant:italic">ediger</hi> kurz vor dem Feste bey mir war, als es schon g<hi rend="slant:italic">anz</hi> bekannt, daß er bald nach Neujahr nach B<hi rend="slant:italic">erlin</hi> reisen würde[.] Ich fragte ihn noch, ob er wohl e<hi rend="slant:italic">inen </hi>Brief an Sie mitnehmen wolle (daran kann ihn nun freilich s<hi rend="slant:italic">eine</hi> plözliche Abreise verhindert haben, das will ich sehr gern entschuldigen) <lb/>Aber daß er auch da es nicht mit e<hi rend="slant:italic">iner</hi> Sylbe erwähnte, daß ich während seiner Abwesenh<hi rend="slant:italic">eit</hi> auch wohl einige Arbeiten für ihn übernehmen würde – dies Stillschweigen weiß ich mir <hi rend="slant:italic">gar</hi> nicht zu erklären[.] Es stößt so ganz wider die gewöhnl<hi rend="slant:italic">ichen</hi> Regeln d<hi rend="slant:italic">er</hi> allgem<hi rend="slant:italic">einen</hi> Höflichkeit an, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> ich weiß in der That nicht, womit ich bey ihm – diese Ausnahme entschuldigen soll. Ich wünsche recht sehr mit jederm<hi rend="slant:italic">ann</hi> – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> vorneml<hi rend="slant:italic">ich </hi>mit m<hi rend="slant:italic">einen</hi> Amtsbrüdern in Ruhe, Eintracht – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> soviel möglich auf e<hi rend="slant:italic">inem</hi> freundschaft<hi rend="slant:italic">lichen</hi> Fuß zu leben – ab<hi rend="slant:italic">er</hi> ich möchte mich <hi rend="slant:italic">auch nicht</hi> gern – für e<hi rend="slant:italic">inen</hi> allgem<hi rend="slant:italic">einen</hi> Nothknecht – angesehen wissen. Ich muß fürchten, daß – wenn er sich nicht anders nimmt, es zu unangenehmen Erklärungen körnen dürfte <lb/>Da kam eben d<hi rend="slant:italic">er</hi> Garnisonküster, um mir auch die Trauung anzutragen u<hi rend="slant:italic">nd</hi> rathen Sie wen ich trauen soll? Die Christine, die in Dr<hi rend="slant:italic">ossen</hi> so lange bey uns gedient, heirathet hier e<hi rend="slant:italic">inen</hi> Dragoner, des Tobaksp<hi rend="slant:italic">inners </hi>Walthers in d<hi rend="slant:italic">er</hi> Neustadt Sohn, d<hi rend="slant:italic">er</hi> nun in Drossen e<hi rend="slant:italic">ine</hi> Tobaksspinerey anlegt, auch schon ziemlichen Absatz dort hat | <lb/>Nun noch e<hi rend="slant:italic">in</hi> paar Fragen, und damit Holla für heute. Es stand e<hi rend="slant:italic">in</hi> paar mal in den Zeitungen, daß aus Petersb<hi rend="slant:italic">urg</hi> die Nachricht eingegangen, die allgemein beliebte Prinzeßin Radziwil sey dort verstorben. Wer ist sie? und wo befindet sich anjetzt die auch an e<hi rend="slant:italic">inen</hi> Radziwil vermählte Tochter unsers Pr<hi rend="slant:italic">inzen</hi> Ferdinand? Und was macht uns<hi rend="slant:italic">re</hi> v<hi rend="slant:italic">er</hi>witwete Königin? diese würdige, die dem GreisenAlter entgegen geht. Ich fürchte, wir werden da auch bald wieder neue Trauer haben, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> durch ihren Tod werden gewiß viele Dürftige sehr verlieren <lb/>den 9ten Sie haben mich beschämt – ab<hi rend="slant:italic">er</hi> mir recht große Freude gemacht durch ihren Br<hi rend="slant:italic">ief </hi>den mir die gute B<hi rend="slant:italic">enike</hi> noch gestern Abend ganz spät schickte. Schade daß ich die so ausführl<hi rend="slant:italic">iche</hi> Nachricht von den Coelerschen Kindern – nicht noch vor d<hi rend="slant:italic">er</hi> Abreise d<hi rend="slant:italic">er </hi>guten Mutter erhalten, die dadurch noch ungemein viel besser beruhigt seyn würde[.] Ich denke ab<hi rend="slant:italic">er</hi> doch, daß ich durch Hollaz ihr die ganze erfreuliche Nachricht werde hinterbringen laßen können <lb/>Eine sehr drollichte Neuigkeit muß ich Ihnen doch so g<hi rend="slant:italic">an</hi>z brühheiß wie ich sie eben erhalten, mittheilen[.] Mama besuchte diesen Nachmittag die gute Fr<hi rend="slant:italic">au</hi> Pred<hi rend="slant:italic">iger</hi> Scheele, die ihr denn gesagt: Man sehe hier ihre Zahnschmerzen, als e<hi rend="slant:italic">ine </hi>gute Vorbedeutung an, daß sie in geseegneten Umständen sey. Sie die Fr<hi rend="slant:italic">au</hi> Sch<hi rend="slant:italic">eele</hi> hat es ihr nur – ohne eigenen Glauben – so erzählt, wie sie es von andren gehört. Auf die Art wird denn doch m<hi rend="slant:italic">eine</hi> Frau das Gespräch der hiesigen beau monde soll weidlich darüb<hi rend="slant:italic">er</hi> geklatscht seyn. Nach e<hi rend="slant:italic">iner</hi> andren Nachricht sind wir – nicht ich allein – sondern beyde als sehr schlimm gegen das Gesinde verschrieen, daher <hi rend="slant:italic">auch</hi> eine Magd die wir bereits gemiethet hatten, uns e<hi rend="slant:italic">in</hi> paar Tage vor Weynachten das Miethsgeld wiederschikte, mit dem Bedeuten, daß sie sich verheyrathe. Nachher haben wir erfahren, daß dies nur e<hi rend="slant:italic">in</hi> Vorwand – u<hi rend="slant:italic">nd</hi> sie von andern aufgeredet sey. So sehe ich also doch, daß die Leute hier sich viel mehr um uns bekümern, als ich vorher geglaubt hatte. | <lb/>d<hi rend="slant:italic">en</hi> 11ten Daß der Zulauf erstaunlich groß gewesen, um die Leiche des Pr<hi rend="slant:italic">inzen</hi> zu sehen, glaube ich Ihnen gern, und ich kann mir es vorstellen, wie gestern bey dem feier<hi rend="slant:italic">lichen</hi> Pomp d<hi rend="slant:italic">er </hi>Beerdigung alles aus den entferntesten Winkeln u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Ecken zusamengeströmt seyn wird. Aber darin bin ich doch <hi rend="slant:italic">nicht</hi> ihrer Meinung, daß daraus – e<hi rend="slant:italic">ine</hi> heimliche Fr<hi rend="slant:italic">eude </hi>d<hi rend="slant:italic">er</hi> M<hi rend="slant:italic">enschen </hi>üb<hi rend="slant:italic">er </hi>traurige Begebenheiten pp folgern laße[.] Ich rechne in allen diesen Fällen weit mehr auf die – Gedankenlosigk<hi rend="slant:italic">eit</hi> d<hi rend="slant:italic">er</hi> mehresten M<hi rend="slant:italic">enschen</hi> – woraus ich mir auch jene abscheuliche KriegesAnecdote von d<hi rend="slant:italic">er</hi> Belagerung von M. erkläre. Jene Damen, die so weit herkamen, um das so prächtig in die Augen fallende Schauspiel d<hi rend="slant:italic">er</hi> steigenden Bomben u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Raketen mit anzusehen – dachten warlich – meiner Meinung nach – wenig an das Unglük ihrer leidenden MitMenschen. Und wenn wir bloß bey d<hi rend="slant:italic">em</hi> Trauerpomp stehen bleiben – sagen Sie mir doch liebster Neveu – ist nicht den Menschen Sterben so was alltägliches, daß sie sich – ich möchte sagen gar <hi rend="slant:italic">nicht</hi>s dabey denken[.] Auch die Leiche des Geringsten auch deßen, d<hi rend="slant:italic">er</hi> nur lachende Erben hinterläßt, dessen Tod gar niemanden betrübt – hat sie <hi rend="slant:italic">nicht</hi> vom undenkenden Haufen e<hi rend="slant:italic">ine </hi>gleich zahlreiche Begleitung? Aber wenn ich gleich in diesem Stücke <hi rend="slant:italic">nicht</hi> g<hi rend="slant:italic">an</hi>z ihrer Meinung seyn kann, den M<hi rend="slant:italic">enschen</hi> nicht so abscheulich lasterhaft finden kann, daß er an Andrer Betrübniß s<hi rend="slant:italic">eine</hi> Freude haben sollte: So sehe ich auch auf d<hi rend="slant:italic">er</hi> anderen Seite den Leichtsinn die Gedankenlosigk<hi rend="slant:italic">eit</hi> – aus der ich mir dies Phänomen erkläre – keinesw<hi rend="slant:italic">egs</hi> für so unbedeutend und gleichgültig an, als so viele, die darin so leicht e<hi rend="slant:italic">ine</hi> Entschuldigung finden, wenn sie von sich od<hi rend="slant:italic">er</hi> andren nur sagen können: Er hat sich <hi rend="slant:italic">nicht</hi>s dabey gedacht – od<hi rend="slant:italic">er</hi> er hats so böse nicht gemeint[.] Bey jungen Kindern kann m<hi rend="slant:italic">an</hi> diese Entschuldigung – vielleicht in manchen Fällen gelten laßen[.] Aber für Erwachsene, die ihre V<hi rend="slant:italic">ernun</hi>ft gebrauchen könnten u<hi rend="slant:italic">nd</hi> sollten ist es – meines Erachtens – eine sehr schlechte – od<hi rend="slant:italic">er</hi> gar keine Entschuldigung. <lb/>Für heute wünsche ich Ihnen e<hi rend="slant:italic">ine</hi> geruhige Nacht[.] Vermuthlich sind Sie noch e<hi rend="slant:italic">ine</hi> geraume Zeit in angenehmer Gesellschaft, für mich ab<hi rend="slant:italic">er</hi> ist wenns gegen 11 komt, Feyerabend Leben Sie wohl | <lb/>d<hi rend="slant:italic">en </hi>12ten Abends Wenn Sie den Feldpr<hi rend="slant:italic">ediger</hi> sehen, so sagen Sie ihm doch, daß diesen Mittag die erste Fuhre mit Meubles glüklich hier angekomen sey. Vorher war diesen Morgen hier e<hi rend="slant:italic">in</hi> sonderbares Gerücht, welches ab<hi rend="slant:italic">er</hi>, wie ich hoffe, ungegründet seyn <hi rend="slant:italic">wi</hi>rd. Ich eile jetzt, diesen Br<hi rend="slant:italic">ief</hi> zu endigen, damit er nun doch endlich einmal wegkomme[.] Ihren lieben Br<hi rend="slant:italic">uder</hi> Carl grüßen Sie vielmals von uns beyden; und wenn Sie sich einigermaaßen in mein Lage – sowol während der Krankheit meiner Frau – als jezt, da ich täglich von 9 bis 12 Unterricht gebe – hineindenken wollen, so werden Sie auch, denke ich, einige Gründe finden, um mich bey ihrem Bruder wegen m<hi rend="slant:italic">eines</hi> bisherigen Stillschw<hi rend="slant:italic">eigens </hi>zu entschuldigen An W<hi rend="slant:italic">ilmsen</hi> folgt hiebey e<hi rend="slant:italic">in</hi> klein Brieflein – ich hatte unterm 2ten Nov<hi rend="slant:italic">em</hi>b<hi rend="slant:italic">er</hi> e<hi rend="slant:italic">inen</hi> ziemlich ausführl<hi rend="slant:italic">ichen</hi> Brief an ihn geschr<hi rend="slant:italic">ieben</hi>, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> weiß mir s<hi rend="slant:italic">ein</hi> bisheriges Stillschw<hi rend="slant:italic">eigen</hi> gar <hi rend="slant:italic">nicht</hi> zu erklären <lb/>Für alle übersch<hi rend="slant:italic">ikten </hi>Neuigkeiten danke ich Ihnen recht sehr; da ich heute <hi rend="slant:italic">auch</hi> die Ordre z<hi rend="slant:italic">ur</hi> Gedächtnißpr<hi rend="slant:italic">edigt </hi>erhalten, u<hi rend="slant:italic">nd </hi>zw<hi rend="slant:italic">ar</hi> mit dem bestimten Tage den 15ten so denke ich sie auch, mit Gottes Hülfe, Sonntag zu halten. Wer weiß, wie bald wir e<hi rend="slant:italic">ine</hi> neue Trauer bekommen, denn heute hat m<hi rend="slant:italic">an</hi> hier fast alle Personen des könig<hi rend="slant:italic">lichen</hi> Hauses krank gesagt <lb/>An uns<hi rend="slant:italic">ern</hi> alten lieben H<hi rend="slant:italic">err</hi>n Vetter Reinh<hi rend="slant:italic">ard</hi> recht viele Empfehlungen von uns – und vergessen Sie doch ja nicht, e<hi rend="slant:italic">in</hi> nüzliches Buch für Emilien uns – mit nächstem zu besorgen[.] Daß Sie wieder m<hi rend="slant:italic">it</hi> ihrem Magen so in Unfriede leben, bedauern w<hi rend="slant:italic">ir</hi> sehr, M<hi rend="slant:italic">ama</hi> meint, daran möchte wohl die M<hi rend="slant:italic">ademoise</hi>lle – wie heißt sie doch – mit ihren Leckereyen Schuld seyn <lb/>Auch meinen alten lieben Freunden den Herren Hofpr<hi rend="slant:italic">edigern</hi> Sack u<hi rend="slant:italic">nd</hi> Conrad meine besten Empfehlungen[.] Könnten Sie etwa erfahren, welcher von uns<hi rend="slant:italic">eren </hi>Herren Kirchenräthen eigentlich die NeuMark zu s<hi rend="slant:italic">einem </hi>Depart<hi rend="slant:italic">ement </hi>hat, so würde mir dadurch e<hi rend="slant:italic">in</hi> großer Gefallen geschehen – es ist doch immer sehr gut, wenn m<hi rend="slant:italic">an</hi> in einzelnen Fällen gegen einen von den Herren etwas expectoriren kann. Da sehe ich es recht, wieviel ich d<hi rend="slant:italic">ur</hi>ch meines Lipt<hi rend="slant:italic">ens</hi> Tod verloren habe. | <lb/>d<hi rend="slant:italic">en</hi> 13ten Eben da ich diesen Br<hi rend="slant:italic">ief</hi> zusiegeln will, sehe ich, daß ich doch noch eins vergeßen neml<hi rend="slant:italic">ich</hi> recht viele herzliche Grüße an eine treue Gefährtin meiner ersten Jugendjahre, an die liebe J<hi rend="slant:italic">ungfe</hi>r Muhme Jettchen von mir u<hi rend="slant:italic">nd</hi> meiner Frau[.] Wenn Sie sie etwa selbst noch sehen sollten, so sagen Sie ihr doch, daß wir recht oft von ihr sprächen und daß ich mich herzlich freuen würde, zu hören, daß es ihr auch in ihrem Alter wohl gehe. Gott stehe ihr ferner bey <lb/>Unser Sohn wird sich recht freuen, wenn ich ihm schreiben werde daß Sie in ihrem Briefe sich auch seiner erinnert hätten – noch mehr aber würde er sich freuen wenn Sie einmal sich e<hi rend="slant:italic">in</hi> Viertelstündchen abmüßigen und selbst an ihn schreiben wollten. Sein lezter Besuch bey uns war nur von 4 Tagen <lb/>Leben Sie recht wohl, u<hi rend="slant:italic">nd</hi> schreiben Sie bald <lb/>Ihrem aufrichtig ergebenen Freunde u<hi rend="slant:italic">nd</hi> treuen Onkel <lb/>Stubenrauch <lb/>Noch eins[.] Das verlangte Buch für Emil<hi rend="slant:italic">ien</hi> bitte ja unter<hi rend="weight:bold"> meiner Adresse</hi> zu überschiken </p></div></body></text></TEI>
