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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="18611"><titleStmt><title>Novalis an Johann Benjamin Erhard</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext ohne Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/18611</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Novalis: Schriften. Tagebücher, Briefwechsel, Zeitgenössische Zeugnisse. Hg. v. Richard Samuel, Hans-Joachim Mähl und Gerhard Schulz. Bd. 4. Stuttgart u.a. 1975, S. 85‒86.</title></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Universitätsbibliothek Basel</institution><idno type="signatur">Autogr. Sammlung Geigy-Hagenbach Nr. 2339</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/18611"><correspAction type="sent"><persName key="7378" ref="https://d-nb.info/gnd/118588893 ">Novalis</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1791-04-21">[Ende April 1791]</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="25495" ref="https://d-nb.info/gnd/119024241">Johann Benjamin Erhard</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-08j2-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-08j2-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p>[Jena, Ende April 1791.] <lb/>Bester Erhard,<lb/>Ich hätte Sie gern hier erwartet um Ihnen ein Lebewol zu sagen, da wir einander wol so bald nicht wiedersehn werden. Aber mich ruft ein unerbittliches Verhängniß. Mit äußerst freudigen Herzen würd ich es thun, wenn ich versichert wäre, daß wir uns als zwey neue Cookes, von denen der eine nach Westen, der andre nach Osten aus gesegelt wäre, triumphirend mit neuen Entdeckungen und verehrt von unkultivirtern Menschen als Stifter ihrer Cultur und Aufklärung wie Könige des Ozeans auf unsrer Weltumseglung begegneten, traulich einander die Hände böten und den Bund ewiger Freundschaft erneuerten: aber leider ist diese Aussicht mir vielleicht von meinem Genius und der Göttin des Uebermaßes versagt, da sie hingegen ihnen die Genien der Kraft und Weisheit eröffnen:<lb/>Du knüpfest zwischen Nationen<lb/>Aus noch getrennten, fernen Zonen<lb/>Ein heiliges, geweihtes Band,<lb/>Und in des Schicksals hoher Weihe <lb/>Wird in der kleinen Lieblings Reihe <lb/>Dein Name einstens mitgenannt.<lb/>Verschmähe dann doch an dem Ziele<lb/>Wo Himmelsruh und Frühlingskühle<lb/>Dir dein errungner Lorbeer beut<lb/>Nicht jenen kleinen Kranz von Myrten <lb/>Den aus dem Kreise froher Hirten <lb/>Ein Sänger und dein Freund dir weiht.<lb/>Sie verzeihn; eine kleine poëtische Wuth riß mich hin dies Ihnen in Versen zu sagen. Erhöhtes warmes Gefühl wird in solchen Reimfixen Seelen leicht zum Gedicht. Aber ich radotire Ihnen hier vor, wo ich einfach Abschied nehmen sollte. Doch Sie kennen das leichte Völckchen zu dem ich mich so gern rechnen möchte und sind großmüthig. Leben Sie wol, reisen Sie glücklich und wollen Sie einmal wieder lachen (vide Horatius epist 4.) so besuchen Sie in mir den langbeinichten, schmalen Sybariten Fridrich von Hardenberg de grege musarum.</p></div></body></text></TEI>
