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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="18791"><titleStmt><title>Karl von Hardenberg an Novalis</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="edition">Korrespondenzen der Frühromantik</ab><ab type="state">Einmal kollationierter Druckvolltext ohne Registerauszeichnung</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/18791</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Novalis: Schriften. Tagebücher, Briefwechsel, Zeitgenössische Zeugnisse. Hg. v. Richard Samuel, Hans-Joachim Mähl und Gerhard Schulz. Bd. 4. Stuttgart u.a. 1975, S. 434‒435.</title></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Leihgabe Museum Schloss Neu-Augustusburg</institution></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/18791"><correspAction type="sent"><persName key="7884" ref="https://d-nb.info/gnd/109475860">Karl von Hardenberg</persName><placeName key="25538">Alzey</placeName><date when="1796-04-24">1796-04-24</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7378" ref="https://d-nb.info/gnd/118588893 ">Novalis</persName><placeName key="241" ref="https://d-nb.info/gnd/4065247-6">Weißenfels</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-08o2-0.tif"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-08o2-1.tif"/></facsimile><text><body><div><p>Cant[onierungs] : Quar[tier] : Dolgesheim <lb/>2 Stunden hinter Oppenheim nach Alzey zu, <lb/>den 24ten April 1796. [Sonntag]<lb/>Schweinsfurt ist für eine freie Reichsstadt zwar nicht sehr groß, aber doch recht leidlich gebaut, hat eine sehr niedliche Lage am Main, und eine schöne Menge hübsche Gesichter, die die schönen Sachsen mit offenen Munde anstaunen, aber statt mit den andern nach der Stadt zu reiten, ging ich abends auf den Schnepfenstrich [. . .]<lb/>In Würzburg fand ich Deinen Brief. Selbst am Rheyn habe ich kaum eine schönere Gegend gesehen, als die Lage von Würzburg; in einem engen Thale liegt von lauter fruchtbaren Weinbergen umgeben, die prächtige Residenz des Fürstbischofs, am Ufer des Mayns; die Citadelle die auf hohen Felsen am ienseitigen Ufer liegt, die Stadt mit der Menge prächtiger Türme, und der Mayn der wegen der starken Handlung ganz mit Schiffen bedeckt ist, geben dem Auge einen herrlichen Anblick. Die Stadt ist sehr modern und schön gebaut, und das Schloß mit einer wahren Bischöflichen Magnificence, der Schloßplatz ist würklich einzig in seiner Art; [. . .] einige Klöster und Kirchen die nach dem modernsten, simpelsten Geschmack gebaut sind, die Zeichen von der vorurtheilslosen Regierung des vorigen Fürsten, der aber in seinem Nachfolger wieder auflebt; die Aufklärung in den Klöstern ist sehr weit gediehen, und ich habe in langer Zeit keine gescheitern Leute kennen gelernt, als Mönche in einem Benedectiner Kloster.<lb/>Am 18. April passierten wir bei Oppenheim den Rheyn . . die Herrn <hi rend="slant:italic">Neufranken</hi> stehen 12 Stunden vor uns, so ruhig, wie möglich, da besonders ihre Armee nach sehr glaubhaften Nachrichten in sehr elenden Zustande sein soll, und wir hören keinen andern Schuß, als den Retraiteschuß in Mainz und exerziren, wie im Frieden [. . .] soviel ist gewiß, daß wir hier bei der Armee noch viel weniger wissen, als ihr im Lande. – Unser Hauptquartier ist in Oppenheim und unser rechter Flügel appuyirt sich in Kreuznach und der linke an Frankental. Clemens steht 4 Stunden von hier nach Worms zu . . und die Husaren bei Kreuznach. Wenn Du lieber Junge zu Pfingsten zu Sakontala kömmst, divertire Dich gut.</p></div></body></text></TEI>
