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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="6073"><titleStmt><title>August Wilhelm von Schlegel an Georg Joachim Göschen</title><editor><persName role="Herausgeber der Website"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin der Website"><forename>Laura</forename><surname>Fath</surname><affiliation>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</affiliation></persName><persName role="Implementierung Backend/Frontend der Website"><forename>Sandra</forename><surname>Weyand</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="User Experience / Grafisches Design"><forename>Michael</forename><surname>Lambertz</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Projektübergreifende technische Koordination"><forename>Radoslav</forename><surname>Petkov</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Thomas</forename><surname>Burch</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName><persName role="Verantwortlich für die Projektdurchführung am TCDH"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname><affiliation>Trier Center for Digital Humanities / Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://www.uni-mainz.de/">Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum - Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="https://www.briefe-der-romantik.de/team">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition><persName role="Bearbeiter/in"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName><persName role="Bearbeiter/in"><forename>Olivia</forename><surname>Varwig</surname></persName></edition></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName role="Herausgeber"><forename>Jochen</forename><surname>Strobel</surname></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Claudia</forename><surname>Bamberg</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 4.0 DE)</licence><ab type="version"/><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels</ab><ab type="state">Neu transkribiert und ausgezeichnet; zweimal kollationiert</ab></availability><date when="2025-09-15"/><idno type="url">https://briefe-der-romantik.de/letters/view/6073</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl n="carrier1"><title>Walzel, Oskar: Wilhelm Schlegel und Georg Joachim Göschen. In: Prager Deutsche Studien 9 (1908), S. 135‒136.</title><idno type="print">Walzel1908_AWSanGoeschen_25111797</idno></bibl><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek</institution><idno type="signatur">Mscr.Dresd.e.90,XX,Bd.3,Nr.23(10)</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="oai">DE-611-37113</ab><ab type="alternativeOai">DE-611-2113549</ab><ab type="alternativeSignatur">Mscr.Dresd.e.90,XX,Bd.3,S.39-44</ab><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab><ab type="pages">4 S. auf Doppelbl. u. 2 S., hs. m. U.</ab><ab type="paper">18,9 x 11,4 cm</ab><ab type="note">Da der Brief im Druck nur teilweise wiedergegeben ist, wurde er neu transkribiert. – Empfangsort erschlossen.</ab></objectDesc></physDesc></msDesc><listRelation><relation name="Abschrift" ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/xml/7633"/></listRelation></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="https://briefe-der-romantik.de/letters/view/6073"><correspAction type="sent"><persName key="7125" ref="https://d-nb.info/gnd/118607960">August Wilhelm von Schlegel</persName><placeName key="12" ref="https://d-nb.info/gnd/4028557-1">Jena</placeName><date when="1796-12-01">1796-12-01</date></correspAction><correspAction type="received"><persName key="7127" ref="https://d-nb.info/gnd/118695916 ">Georg Joachim Göschen</persName><placeName key="22" ref="https://d-nb.info/gnd/4035206-7">Leipzig</placeName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-044f-0.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier1" url="https://briefe-der-romantik.de/cake_fud/files/temp/images/default/AWS-aw-044f-1.jpg"/><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3_tif/jpegs/00000039.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3_tif/jpegs/00000040.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3_tif/jpegs/00000041.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3_tif/jpegs/00000042.tif.original.jpg"/><graphic n="5" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3_tif/jpegs/00000043.tif.original.jpg"/><graphic n="6" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3/Schlunja_DE-611-37113_Bd.3_tif/jpegs/00000044.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p><milestone unit="start" n="23058"/>[1]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23058"/> <placeName key="12">Jena</placeName> d. 1 Dec. 96<lb/>Werthester Freund!<lb/>Ich habe sogleich das Nöthige aus Ihrer Antwort <persName key="88">Schillern</persName> mitgetheilt, der vollkommen zufrieden damit ist. Er kann es nicht übel nehmen, daß Sie zu einer gemeinschaftlichen Unternehmung mit <persName key="539">Cotta</persName> nicht geneigt sind; er ist weit entfernt darauf zu dringen, weil er wohl einsieht, daß vollkommne Harmonie zwischen den Theilhabern ein wesentliches Erforderniß dazu ist. – Daß Sie <name key="4151" type="work">den Don Carlos</name>, der in der Reihe der Schauspiele den zweyten Band ausmachen wird, noch außerdem mit typographischer Pracht drucken wollen, ist er sehr gern zufrieden, wenn Sie selbst Ihre Rechnung dabey finden. Haben Sie etwa schon Zeichnungen dazu? Mich däucht ich hätte gehört, <persName key="5143">Ramberg</persName> habe eine Anzahl verfertigt.<lb/>Wenn Sie einmahl solchen Aufwand für die Erscheinung eines seiner Werke <milestone unit="start" n="23059"/>[2]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23059"/> machen wollen, so thut Ihnen <persName key="88">Sch.</persName> folgenden Vorschlag. Durch <name key="1415" type="work">das Trauerspiel <hi rend="underline:1">Wallenstein</hi></name>, welches in Ansehung des Geistes der Zeit eine ganz historische Darstellung seyn soll, ist er zur Geschichte des 30jährigen Krieges zurückgeführt worden, und hat seit einer beträchtlichen Zeit die Quellen derselben gelesen: ein Studium, womit er wohl noch ein halb Jahr fortfahren wird. Da er sich nun, was die Kenntnisse betrifft, so sehr vorgearbeitet hat, so könnte er sich leicht entschließen, <name key="4986" type="work">seine Gesch. des 30jährigen Krieges</name> wieder vorzunehmen, ganz zu verändern und zu einem vollendeten historischen Gemählde auszuführen. Das neue Werk würde nicht länger, sondern eher in einen kürzern Raum zusammengedrängt werden als das alte: Sch. meynt, es würde alsdann nicht viel länger seyn als der Don Carlos. Wenn er gesund bliebe, könnte er etwa im Sommer 98 an diese Arbeit kommen. – In so fern die <hi rend="underline:1">Gesch. des 30jähr. Krieges</hi> <milestone unit="start" n="23060"/>[3]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23060"/> ein Nationalwerk ist, würde es vielleicht noch eher verdienen, als solches auch den Ausländern auf eine imposante Art bekannt gemacht zu werden. Vielleicht ließe sich dabey vortheilhaft auf Frankreich und England spekuliren, da unsre Literatur sich immer mehr in diesen Ländern verbreitet, und Sch. besonders in England einen großen Nahmen hat. – Kupferstiche fielen weg, als ein Zierrath, der für ein historisches Werk nicht paßt: die Schönheit der Ausgabe würde also auf das eigentlich Typographische ganz konzentrirt. – Was meynen Sie dazu, liebster Göschen?<lb/>Ich weiß nicht, ob ich Ihnen letzthin meldete, daß Sch. bey einer neuen Ausgabe <name key="4152" type="work">des Geistersehers</name>, auch das Fragment aus dem zweyten Theil, das in <name key="4781" type="periodical">der Thalia</name> gestanden, hinzufügen wollte. Gestern sagte er mir, er dächte es in den ersten Theil einzuflechten, an die Stelle, wohin er es zuerst bestimmt hatte. – Die Fortsetzung <milestone unit="start" n="23065"/>[4]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23065"/> müssen wir seiner guten Laune und irgend einem günstigen Anstoße überlassen.<lb/>Ich glaube mit Ihnen, daß Sch. besser gethan hätte, sich gleich damahls gegen Sie zu erklären, und Ihnen die Gründe zu sagen, warum er sein Versprechen in Ansehung der Schauspiele für aufgehoben hielt. – Indessen die Sache ist ja nun wieder so weit zurecht gerückt, und ich hoffe Sie beyde noch einmahl in einem freundlichen Verständnisse, bey mir oder sonst wo, beysammen zu sehen.<lb/>Hier theile ich Ihnen einen lumpigen Brief von <persName key="2778">Michaelis</persName> oder vielmehr nur von seinem Diener mit. Mir däucht es ist daraus klar, daß er <hi rend="overstrike:1">nur</hi> <hi rend="offset:4">bloß</hi> durch leere Ausflüchte Zeit zu gewinnen sucht. Vielleicht ist er gar nicht einmahl in <placeName key="98">Hamburg</placeName> und giebt es nur vor. Doch wenn auch: entschuldigt dieß sein Stillschweigen auf die vorhergehenden Briefe, die ich vor, <milestone unit="start" n="23061"/>[5]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23061"/> in, und kurz nach <orgName key="6043">der Messe</orgName> an ihn geschrieben habe? Hätte er, da ich ihn darin auf die Absendung <name key="17" type="work">des Manuskripts</name> vorbereitete, nicht Order zur Zahlung zu Hause lassen können?<lb/>Ich hoffe, Sie werden den Brief an <persName key="67">Unger</persName> schon abgeschickt haben. Dafür, daß Sie bey <persName key="38">Wieland</persName> den Vorschlag mit <orgName key="6091">der Geßnerschen Buchhandlung</orgName> betrieben <hi rend="overstrike:1">haben</hi>, bin ich Ihnen sehr verbunden: indessen habe ich doch meine großen Zweifel, daß sie auf meine Bedingungen, <ref target="fud://3174">die ich <persName key="786">Böttigern</persName> kurz aufgezeichnet</ref>, eingehen wird, und möchte deswegen die Unterhandlung mit Unger nicht gern aufschieben, der in <placeName key="22">Leipzig</placeName> sehr artig gegen mich war und viele Lust <name key="344" type="work">zum <hi rend="family:Courier">Sh.</hi></name> bezeugte, aber um Michaelis nicht zu verdrängen, sich nicht eher einlassen wollte, bis dieser gar keine Hoffnung mehr gäbe. – Wenn der Brief noch nicht nach <placeName key="15">Berlin</placeName> abgegangen ist, so vergessen sie ihn doch ja nicht mit nächster Post.<lb/><milestone unit="start" n="23064"/>[6]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23064"/> Mein eignes Urtheil über <persName key="8481">Halemʼs</persName> neugriechische Dichtungen kann ich Ihnen nicht geben: ich habe noch nicht dazu kommen können, sie zu lesen. <persName key="23">Caroline</persName> aber und <persName key="8">mein Bruder</persName>, welche <name key="8652" type="work">die in <name key="1038" type="periodical">den Horen</name> befindliche<hi rend="overstrike:1">n</hi></name> gelesen haben, waren nicht sehr erbaut davon, u sagten mir, sie wären nicht <hi rend="underline:1">neugriechisch</hi>, sondern <hi rend="underline:1">neudeutsch</hi>. – Ich habe Halem auch sonst nicht als einen ganz schlechten, aber doch nur eben über das mittelmäßige sich erhebenden Dichter gekannt. – Indessen muß Sie das nicht schlechthin vom Verlage abschrecken: ob es Leser finden wird, können Sie selbst weit besser beurtheilen.<lb/>Leben Sie recht wohl. Tausend Grüße an Sie und <persName key="27">Ihre Gattin</persName>, auch von <persName key="30"><persName key="23">meiner Familie</persName></persName>. Adieu, bester Freund.<lb/>AWSchlegel<lb/><milestone unit="start" n="23062"/>[4]<note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Paginierung des Editors</title></note><milestone unit="end" n="23062"/> <milestone unit="start" n="23063"/><hi rend="family:Courier">Jena</hi> d. 1: <hi rend="family:Courier">Dec.</hi> 1796.<lb/><hi rend="family:Courier">Schlegel</hi><lb/>empf. d. 6: <hi rend="family:Courier">Dec.</hi><note type="Notiz_zur_Transkription"><title>Registraturvermerk des Verlags</title></note><milestone unit="end" n="23063"/></p></div></body></text></TEI>
