Sonnabend
den 1sten September.
Mein lieber, bester Tieck,
Da sitz’ ich nun wieder in Berlin, in meiner Stube. Dienstag Abend, spät, sind wir hier angekommen, da wir die 20 Meil. von Dresden her, in 2 Tagen gemacht haben. Dresden ist eine der ersten Städte in der Welt, wegen ihrer Merkwürdigkeiten der Natur u Kunst. Könnten wir zusammen einmal da seyn! Heut vor 8 Tagen waren wir auf dem erhabenen Königstein, der sehr der Mühe werth ist zu sehn. Aber ich habe heut in der That keine Zeit Dir viel zu schreiben, so leid mirs thut. Bist Du hier, so will ich Dir so viel erzählen, als Bernhardin, mit dem ich schon 2 mal zusammengewesen bin. Am Mittwoch hab’ ich von des Morgens um 8, bis Abends um 101/2 an 6–7 Personen, in Einem weg erzählt.
Hier ist ein Brief von Deiner Schwester. Sie u Deine Aeltern freuen sich ganz unendlich zu Deiner Herkunft. Ich habe ihnen gesagt, Du würdest noch wohl am Ende dieses Monaths kommen. Wenn Du mich doch nicht zum Lügner machtest. Komm wenigstens so bald Du kannst, u schreib’ mir vorher so früh als möglich, wann Du zu kommen denkst. Thu es ja. Deine Schwester wartet sehnlich, daß Du ihr den Tag bestimmen sollst.
Der Himmel vergelte Dir die 7 glücklichen Tage die Du mir geschenkt hast. An den Morgen in Wörlitz / werd’ ich oft denken. Ich weiß nicht, ich wünsche itzt wirkl. daß der Winter recht bald vorbey seyn möchte, um mit Dir die glückliche Zeit, die glücklichste meines Lebens, – – doch ich muß es erwarten. Mit Dir in Erlangen! Welch ein Himmel!
Strenge Deine Kräfte auf der Fußreise ja nicht zu sehr an. Komm bald, daß ich Dich wieder umarmen, u einige Wochen lang mit Dir der erhabensten, edelsten Freuden genießen kann, – u schreib mir bald, wann Du kommst!
Meinen herzl. Gruß an Burgsdorf.
Leb wohl, mein lieber Tieck.
W. H. Wackenroder,
Dein ewiger Freund.
den 1sten September.
Mein lieber, bester Tieck,
Da sitz’ ich nun wieder in Berlin, in meiner Stube. Dienstag Abend, spät, sind wir hier angekommen, da wir die 20 Meil. von Dresden her, in 2 Tagen gemacht haben. Dresden ist eine der ersten Städte in der Welt, wegen ihrer Merkwürdigkeiten der Natur u Kunst. Könnten wir zusammen einmal da seyn! Heut vor 8 Tagen waren wir auf dem erhabenen Königstein, der sehr der Mühe werth ist zu sehn. Aber ich habe heut in der That keine Zeit Dir viel zu schreiben, so leid mirs thut. Bist Du hier, so will ich Dir so viel erzählen, als Bernhardin, mit dem ich schon 2 mal zusammengewesen bin. Am Mittwoch hab’ ich von des Morgens um 8, bis Abends um 101/2 an 6–7 Personen, in Einem weg erzählt.
Hier ist ein Brief von Deiner Schwester. Sie u Deine Aeltern freuen sich ganz unendlich zu Deiner Herkunft. Ich habe ihnen gesagt, Du würdest noch wohl am Ende dieses Monaths kommen. Wenn Du mich doch nicht zum Lügner machtest. Komm wenigstens so bald Du kannst, u schreib’ mir vorher so früh als möglich, wann Du zu kommen denkst. Thu es ja. Deine Schwester wartet sehnlich, daß Du ihr den Tag bestimmen sollst.
Der Himmel vergelte Dir die 7 glücklichen Tage die Du mir geschenkt hast. An den Morgen in Wörlitz / werd’ ich oft denken. Ich weiß nicht, ich wünsche itzt wirkl. daß der Winter recht bald vorbey seyn möchte, um mit Dir die glückliche Zeit, die glücklichste meines Lebens, – – doch ich muß es erwarten. Mit Dir in Erlangen! Welch ein Himmel!
Strenge Deine Kräfte auf der Fußreise ja nicht zu sehr an. Komm bald, daß ich Dich wieder umarmen, u einige Wochen lang mit Dir der erhabensten, edelsten Freuden genießen kann, – u schreib mir bald, wann Du kommst!
Meinen herzl. Gruß an Burgsdorf.
Leb wohl, mein lieber Tieck.
W. H. Wackenroder,
Dein ewiger Freund.