Ich schicke Dir hier noch eine sehr grosse Kleinigkeit, die ich aus Langeweile in dem Gasthof zu Leipzig geschrieben habe. Du hast schon mehrmals über meine poetische Laune in den Wirthshäusern gespottet, ich gebe Dir hier von neuem die beste Gelegenheit dazu, zugleich mit der Erlaubniß, es ganz offenherzig in Deinem nächsten Briefe zu thun. Du bist seit lange die Niederlage aller meiner Armseeligkeiten und ich habe es mir so angewöhnt, Dir etwas vorzulesen, daß ich es auch sogar schriftlich thun muß und sollten es auch / nur Reime sein. – Wenn Du gerade aufgelegt bist, mich recht sehr zu demüthigen, so schicke mir dafür ein neues Gedicht von Deiner Muse. Die meinige siehst Du, ist auf der Reise heiser geworden und sie giebt sich Mühe, ihre Kehle wieder auszuschreien, zum Unglück stehst Du gerade in der Nähe und mußt das Gekreisch geduldig anhören.
Lebe wohl. /
Elise, ja er ist gebrochen,
Der Eid, den ich mir selber schwur,
Du hast mir lange Hohn gesprochen,
Elise, sieh! ich bin gerochen
Und ausgesöhnt mit der Natur.
War meine Jugend nicht verschwunden?
Die Welt mir eine Todtenkluft?
Nach Thränen zählte ich die Stunden. –
Geheilet sind nun alle Wunden,
Das Leben steigt aus seiner Gruft!
Die Sonne lacht mir froh entgegen
Und tausend Freuden küssen sich,
Die Blumen todt von Hagelschlägen
Erweckt ein neuer Frühlingsregen,
Denn Laura Laura liebet mich!
Sie liebt mich! rauscht es nach ihr Haine,
Sie liebt mich! Donnre nach o Sturm!
Ha! wie ich Freudenthränen weine!
Wie in dem rothen Flammenscheine
Ein Gott sich plözlich fühlt der Wurm!
Mir her den goldnen Nektarbecher,
In den der Wonne Purpur lacht!
Zerbrich o Jammer deinen Köcher,
Denn siehe! Laura ist mein Rächer,
Vermessen spott’ ich deiner Macht!
Ein Sterblicher will ich es wagen,
Ich geh die freche Wette ein:
Jegliches Unglück will ich tragen,
Ja ich will dulden ohne Klagen,
Bleibt sie, bleibt sie nur ewig mein.
Ha! mögen dann mit Feuerschwingen
Sich Blitze dicht an Blitze reihn,
Mag Donner hinter Donner springen,
Ich will mit dir o Schicksal ringen,
Mein Tod nur läßt dich Sieger sein!
Lebe wohl. /
Elise, ja er ist gebrochen,
Der Eid, den ich mir selber schwur,
Du hast mir lange Hohn gesprochen,
Elise, sieh! ich bin gerochen
Und ausgesöhnt mit der Natur.
War meine Jugend nicht verschwunden?
Die Welt mir eine Todtenkluft?
Nach Thränen zählte ich die Stunden. –
Geheilet sind nun alle Wunden,
Das Leben steigt aus seiner Gruft!
Die Sonne lacht mir froh entgegen
Und tausend Freuden küssen sich,
Die Blumen todt von Hagelschlägen
Erweckt ein neuer Frühlingsregen,
Denn Laura Laura liebet mich!
Sie liebt mich! rauscht es nach ihr Haine,
Sie liebt mich! Donnre nach o Sturm!
Ha! wie ich Freudenthränen weine!
Wie in dem rothen Flammenscheine
Ein Gott sich plözlich fühlt der Wurm!
Mir her den goldnen Nektarbecher,
In den der Wonne Purpur lacht!
Zerbrich o Jammer deinen Köcher,
Denn siehe! Laura ist mein Rächer,
Vermessen spott’ ich deiner Macht!
Ein Sterblicher will ich es wagen,
Ich geh die freche Wette ein:
Jegliches Unglück will ich tragen,
Ja ich will dulden ohne Klagen,
Bleibt sie, bleibt sie nur ewig mein.
Ha! mögen dann mit Feuerschwingen
Sich Blitze dicht an Blitze reihn,
Mag Donner hinter Donner springen,
Ich will mit dir o Schicksal ringen,
Mein Tod nur läßt dich Sieger sein!