Erlangen den 3 Jul. 1802.
Ich habe Ihnen eine Nachricht zu geben, theuerster Freund, die Ihnen vielleicht eben so unerwartet als unangenehm ist. Unsere Litteratur Zeitung hat mit dem Monat Junius aufgehört. Die Veranlassung dazu war der geringe Absatz den sie im Ganzen fand. Eine beynahe allgemeine Verschwörung der Buchhändler sezte ihrer Verbreitung unüberwindliche Hindernisse entgegen. Die Leipziger Ostermesse, die dem Verleger, Herrn Walther über den lang und fest gesponnenen Faden der Intrigue vollen Aufschluß gab, brachte in ihm den Entschluß hervor das Institut wenigstens so lange zu schließen, bis es möglich ist, es gegen die Hindernisse zu schützen die ihm iezt im Wege stehen. Es thut mir unendlich leid, daß Ihr Amtswechsel Sie außer Stand setzt die Kritik über den Alarkos und Ofterdingen frühzeitig genug zum Drukke zu vollenden, um sie noch durch unsere Zeitung ins Publikum zu bringen. Herr Walther, um die Stimme in diesem nicht ganz zu verlieren gibt unter der Direktion des Professors Ortlof (eines Mannes von wahrer Gelehrsamkeit, von Geist und Kraft) ein Magazin der Kunst und Wissenschaft heraus. Verleger und Herausgeber bitten Sie, | beide Recensionen für das erste Stük des Magazins welches zu Michaeli erscheint, auszuarbeiten. Es wäre Versündigung an allen guten Geistern, wenn nicht ein geweihtes Wort über beide Produkte gesagt würde, bevor die Jenaer darüber nicolaisiren.
Schreiben Sie es dem plözlichen Aufhören unserer Zeitung zu daß ich Ihre seelerhebenden Reden über die Religion nur ganz kurz im Vorbeygehn in der Anzeige Ihrer Predigten erwehnte. Auch diese Anzeige mußte in der größten Eil niedergeschrieben werden, weil der Entschluß des Verlegers die Zeitung mit dem Junius zu schließen erst den 12ten Junius erfolgte und meine Geschäfte mich bis dahin abgehalten hatten an diese Anzeige zu gehen. Doch ist es mir angenehm, daß ich wenigstens Gelegenheit genug hatte, meine Liebe und Achtung gegen Sie auszudrükken. Behalten Sie mich in Ihrem Herzen und nehmen Sie die Versicherung der freundschaftlichsten Verehrung an, womit ich nie aufhören werde zu seyn
Ihr ergebenster
Mehmel.
Ich habe Ihnen eine Nachricht zu geben, theuerster Freund, die Ihnen vielleicht eben so unerwartet als unangenehm ist. Unsere Litteratur Zeitung hat mit dem Monat Junius aufgehört. Die Veranlassung dazu war der geringe Absatz den sie im Ganzen fand. Eine beynahe allgemeine Verschwörung der Buchhändler sezte ihrer Verbreitung unüberwindliche Hindernisse entgegen. Die Leipziger Ostermesse, die dem Verleger, Herrn Walther über den lang und fest gesponnenen Faden der Intrigue vollen Aufschluß gab, brachte in ihm den Entschluß hervor das Institut wenigstens so lange zu schließen, bis es möglich ist, es gegen die Hindernisse zu schützen die ihm iezt im Wege stehen. Es thut mir unendlich leid, daß Ihr Amtswechsel Sie außer Stand setzt die Kritik über den Alarkos und Ofterdingen frühzeitig genug zum Drukke zu vollenden, um sie noch durch unsere Zeitung ins Publikum zu bringen. Herr Walther, um die Stimme in diesem nicht ganz zu verlieren gibt unter der Direktion des Professors Ortlof (eines Mannes von wahrer Gelehrsamkeit, von Geist und Kraft) ein Magazin der Kunst und Wissenschaft heraus. Verleger und Herausgeber bitten Sie, | beide Recensionen für das erste Stük des Magazins welches zu Michaeli erscheint, auszuarbeiten. Es wäre Versündigung an allen guten Geistern, wenn nicht ein geweihtes Wort über beide Produkte gesagt würde, bevor die Jenaer darüber nicolaisiren.
Schreiben Sie es dem plözlichen Aufhören unserer Zeitung zu daß ich Ihre seelerhebenden Reden über die Religion nur ganz kurz im Vorbeygehn in der Anzeige Ihrer Predigten erwehnte. Auch diese Anzeige mußte in der größten Eil niedergeschrieben werden, weil der Entschluß des Verlegers die Zeitung mit dem Junius zu schließen erst den 12ten Junius erfolgte und meine Geschäfte mich bis dahin abgehalten hatten an diese Anzeige zu gehen. Doch ist es mir angenehm, daß ich wenigstens Gelegenheit genug hatte, meine Liebe und Achtung gegen Sie auszudrükken. Behalten Sie mich in Ihrem Herzen und nehmen Sie die Versicherung der freundschaftlichsten Verehrung an, womit ich nie aufhören werde zu seyn
Ihr ergebenster
Mehmel.