Stolpe den 19ten August 1802
Mit meinem Reichthum, meine herzlich liebe Jette, das hat seine volle Richtigkeit. Glaube nur ich halte gutes Buch darüber, und Du glaubst nicht wie ich meine Freude habe an jedem Zuwachs, der dem Himmel sei Dank gerade seit dem Punkt meiner Verweisung Verwaisung (die beiden Lesarten sind gleich richtig) so gesegnet gewesen ist. Denke nur an Reimer, an Dein immer näheres Verhältniß mit Leonore, an Lottens Liebe zu ihr, und an den schönen Anfang den sie gemacht hat in meinen ganzen Kreis hinein zu treten. Denkst du daß ich das Alles nicht fühle? und daß es mich nicht glücklich macht? Nein so schlimm steht es nicht um mich, sondern ich sage es mir recht oft, daß es wohl wenig glücklichere Menschen geben mag als mich. Aber kann nicht auch der reichste Mensch einen augenblicklichen Mangel haben, wenn er nun gerade Alles auf Zinsen gethan hat? Siehst Du, das ist gerade mein | Fall und hier ist kein Geld zu haben, und alle Prozente die ich böte würden nichts helfen. Es kann mir niemand helfen als Ihr, indem Ihr mir recht fleißig baare Rimessen schickt. Und ich habe ja seit Deiner Rückkunft alle ursach Dich zu loben. Nur Dein Wundern begreife ich nicht an Etwas, das Du nicht nur lange kennst, sondern das auch so tief in meiner innersten Natur liegt. Oder liegt das nicht in meiner Natur daß ich kein unabhängiges Dasein habe? daß alle meine Thätigkeit ein Produkt der Mittheilung ist? und daß sie also nur mit dieser in Verhältniß steht? Für Alles was ich thun soll kommt es darauf an daß ich lebendig afficirt werde und Eure Briefe helfen nicht nur meinem Sein, sondern auch meinem Wirken mehr als irgend etwas, ja sie allein sind es an die ich mich halten muß, und ohne die auch alles Gefühl meines Reichthums gerade zum Wirken und Arbeiten nichts helfen könnte. [...]
Mit meinem Reichthum, meine herzlich liebe Jette, das hat seine volle Richtigkeit. Glaube nur ich halte gutes Buch darüber, und Du glaubst nicht wie ich meine Freude habe an jedem Zuwachs, der dem Himmel sei Dank gerade seit dem Punkt meiner Verweisung Verwaisung (die beiden Lesarten sind gleich richtig) so gesegnet gewesen ist. Denke nur an Reimer, an Dein immer näheres Verhältniß mit Leonore, an Lottens Liebe zu ihr, und an den schönen Anfang den sie gemacht hat in meinen ganzen Kreis hinein zu treten. Denkst du daß ich das Alles nicht fühle? und daß es mich nicht glücklich macht? Nein so schlimm steht es nicht um mich, sondern ich sage es mir recht oft, daß es wohl wenig glücklichere Menschen geben mag als mich. Aber kann nicht auch der reichste Mensch einen augenblicklichen Mangel haben, wenn er nun gerade Alles auf Zinsen gethan hat? Siehst Du, das ist gerade mein | Fall und hier ist kein Geld zu haben, und alle Prozente die ich böte würden nichts helfen. Es kann mir niemand helfen als Ihr, indem Ihr mir recht fleißig baare Rimessen schickt. Und ich habe ja seit Deiner Rückkunft alle ursach Dich zu loben. Nur Dein Wundern begreife ich nicht an Etwas, das Du nicht nur lange kennst, sondern das auch so tief in meiner innersten Natur liegt. Oder liegt das nicht in meiner Natur daß ich kein unabhängiges Dasein habe? daß alle meine Thätigkeit ein Produkt der Mittheilung ist? und daß sie also nur mit dieser in Verhältniß steht? Für Alles was ich thun soll kommt es darauf an daß ich lebendig afficirt werde und Eure Briefe helfen nicht nur meinem Sein, sondern auch meinem Wirken mehr als irgend etwas, ja sie allein sind es an die ich mich halten muß, und ohne die auch alles Gefühl meines Reichthums gerade zum Wirken und Arbeiten nichts helfen könnte. [...]