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Christian Friedrich Tieck to August Wilhelm von Schlegel TEI-Logo

[1] Weimar den 16t Juni.
Ich schreibe heut um nicht länger vergebens auf Nachricht von mir warten zu laßen, obgleich ich sehr Müde bin. Ich hätte schon mit vorigen Posttage antworten können, aber ich wollte nicht eher schreiben ehe ich nicht meiner Schwester zugleich wieder Geld schikken könnte, heut ist mir meine Hoffnung aber auch fehlgeschlagen, Gentz hatt mir nichts geben können, sondern mich auf den Montag verströstet. Dies ist also in 3 Tagen, heut ist Freitag. Da kann sie sich drauf verlaßen das 10 Fr:dor von hier abgehn. wenn ich anders Gold schiken bekommen kann welches hier sehr selten ist.. – Es thut mir leid das es nicht mehr ist. aber ich habe noch sehr wenig hier gethan und habe also kein recht sehr viel zu fodern auch geth es hier u da ein wenig langsamer mit der Sache als man im voraus denkt. Es thut mir sehr leid das meine Schwester so betrübt ist, ich hatte geglaubt die Reise würde ihr eigentlich wohl thun, aber leider hatt mir Weisser gesagt das Sie sehr mager geworden sei, also wieder aufs neue.
Ich bin hier genöthigt wie ein Toller zu Arbeiten um bald fertig werden zu können, Es ist wirklich sehr viel für mich zu thun. Die Basreliefs sind noch nicht angefangen. –
[2] Goethe ist noch immer in Lauchstedt. – Nach Jena habe ich noch nicht wieder hingehn können, ich kann dir also von gar nichts Nachricht geben.
Was du mir von den Grafen Rheden geschrieben ist zwar sehr guth, ud auch das ich ihm schreiben soll. aber ich weis gar weder den Ort seines Aufenthalts, noch seine Würden und Titel, gar nicht einmahl recht bestimmt seinen Nachnahmen. alles dies kann ich auch hier nicht einmahl erfahren, Wie soll ich es denn nun anfangen ihm zu schreiben.–
Weisser mein Gehülfe hatt mir einen Brief von meiner Schwester gebracht. – Es ist wirklich eine traurige Zeit für uns alle. Keiner weis recht wie er es Angreiffen soll, ud mich Greift das schlechte Wetter das hier seit 8 Tagen ist sehr hart an.
Ich hoffe der Bruder ud Burgsdorf ist schon in Berlin, ud verbreiten etwas mehr Freude.
Ich finde mit unter langweile in Catells Gesellschaft der seit der Verheurathung ein recht Platter Gesell, geworden ist. Fast sollte man, sich schon darum fürcht[en] vor dem Heurathen, weil die Philisterei dann viel näher liegt.
Lebe recht wohl, Montag schreibe ich mehr.
Dies ist nur geschrieben um meiner Schwester anzuzeigen das ich wohl bin u guthen Willen habe. Grüße alle Freunde, küsse den Bruder wenn er da ist, Tröste meine Schwester. Leb wohl. – Fr: Tiek.
  • Tieck, Christian Friedrich  Geldsendung  ankündigen  Bernhardi, Sophie
  • Gentz, Heinrich (Architekt)  Honorar  aufschieben  Tieck, Christian Friedrich
  • Tieck, Christian Friedrich  besorgt sein  Bernhardi, Sophie
  • Weisser, Karl Gottlob  Gesundheit  mitteilen  Bernhardi, Sophie
  • Tieck, Christian Friedrich  Aufenthaltsort  mitteilen  Goethe, Johann Wolfgang von
  • Schlegel, August Wilhelm von  empfehlen  Rheden, Herr von
  • Tieck, Christian Friedrich  Aufenthaltsort  erfragen  Rheden, Herr von
  • Tieck, Christian Friedrich  Titel  erfragen  Rheden, Herr von
  • Tieck, Christian Friedrich  Brief  empfangen  Bernhardi, Sophie
  • Tieck, Christian Friedrich  tadeln  Catel, Louis
  • Tieck, Christian Friedrich  grüßen  Tieck, Ludwig
  • Tieck, Christian Friedrich  grüßen lassen  Schlegel, August Wilhelm von
  • Schlegel, August Wilhelm von  trösten  Bernhardi, Sophie
Metadata Concerning Header
  • Date: Freitag, 16. Juli 1802
  • Sender: Christian Friedrich Tieck ·
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel ·
  • Place of Dispatch: Weimar · ·
  • Place of Destination: Berlin · ·
Manuscript
  • Provider: Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  • OAI Id: DE-611-36934
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.28,Nr.7
  • Number of Pages: 2 S., hs. m. U.
  • Format: 24,7 x 20,5 cm
Language
  • German
Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Daniel, Rebecca
  • Rupp, Manon

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