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Christian Friedrich Tieck to August Wilhelm von Schlegel TEI-Logo

[1] Weimar den 16ten August.
Du sowohl als meine Schwester ihr müßt es mir nicht übel nehmen das ich nicht eher geantwortet habe.
Ich konnte aber das inliegende nicht mehr abschiken. obgleich ich es seit Freytag habe, Leider habe ich es nur um 2 Wochen zu späth bekommen, um es noch Freitag abschikken zu können. Ich bedaure das es jetzt kaum 3 Tage vor dem 26 ankommen wird, aber wenigstens, kann dafür meine Schwester doch nun ruhiger warten.
Mit der Vignette zum Ion bin ich noch nicht ganz einig was es werden soll, daher ist es ohngefähr ein Tag zu thun.
Zur Austellung in Berlin werde ich wahrscheinlich so wenig als zur Goetheschen geben, den ich habe nichts gemacht u kann nichts machen. Wenn du die Fr: V. Berg siehst, so sollst du sie doch in meinem Nahmen bitten ob Sie nicht einen Abdruck der Büste ihrer Tochter, u der Ihrigen Büste wollen um sie Auszustellen. Es ist der Höflichkeit wegen blos, da Sie es ein wenig übel nehmen kann, wenn sie nicht ausgestellt werden. Ich kann doch aber unmöglich 2 Büsten von Jemand in Berlin repariren laßen, Sie würden ohnfehlbar ganz u gar verderben. Wenn Sie die grau angestrichnen Büsten noch nicht aufs Land geschikt hatt. so bitte Sie um dise du thust mir den grösten gefallen. Eben so soll Grost seine grau Angestrichne Büste der Unzelmann leihen. Schreibe mir was du ausgerichtet bei beiden, dann würde ich zugleich einen sehr höflichen Brief [2] von Hardenberg schiken, Sehr unlieb würde mir es sein wenn Fr. v. Berg weiße Büsten liehe, u nicht die grauen leihen könnte, da die Sachen auf der Ausstellung werden Leicht sehr schmutzig. Ich bitte recht sehr besorge dis.
Auch worum ich schon längst gebethen, das mir doch einen Abguß der Unzelmann der Unfertig bei mir steth eingepakt u zugeschikt würde, ich möchte sie gern hir haben, es wäre wohl nützlich. Vergiß dis letztere nicht.
Aber genug von unsern Berlinschen geschäften, hir geht es mir ganz wohl. Ich arbeite von Morgen bis Abend, u vermisse also die hisige Gesellschaft nicht. – Nach Berlin kann ich wohl schwerlich den Herbst. so gern ichs möchte, Aber so wie ich Weimar Verlasse, so werden die Sachen nicht fertig, u es wäre auch leicht möglich das ein Theil der Sachen dem Dxxxuch Goethen übertragen würden, welche wie es scheint Meyer gar zu gern wieder heran bringen will. u Gentz gibt mir deshalb soviel es geth die Aufträge immer im Geheimen.
An den Basreliefs Arbeite ich jetzt mit dem gröst Eifer, u ich hoffe Sie in ongefähr 2 Monathen beendigt zu haben, das erste wird wahrscheinlich in der mitte der nächsten Woche beendigt sein, eben in 8–10 Tagen. Bis jetzt habe ich noch lauter andre Sachen zu machen gehabt.
Es thut mir leid das ich meiner Schwester nicht mehr schikken kann, aber es ist mir wirklich unmöglich, Ich behalte nur sehr weg Geld übrig, u brauche hir sehr vil. Es freut mich das ich nichts mehr nöthig habe zu schikken. Ich hoffe dir in 8 Tagen die Vignette zu schikken. Ich vermuthe das der Bruder [3] ehestens wird in Jena sein. wenigstens Frommann erwartet ihn noch immer, trotz des Umwegs den er ja machen muß von Italien nach Dresden. Hatt der Bruder nicht gesagt wann er wider nach Berlin zu wohnen gedenkt? Doch ich spreche ihn hoffe ich bald.
Zu Lauchstedt haben die Brüder des Terenz am meisten gefallen.
Alle Italienischen Professoren arbeiten jetzt an ähnlichen Stücken Einsiedeln hatt ein 2tes so zimlich vollendet glaube ich, welches wahrscheinlich hir gegeben wird im Winter, der Lateinische Nahme fängt mit einem M. an, ich habe ihn vergessen.
Göthe ist immer noch in Jena, soll aber bald widerkommen. Wenn ich kann so schikke ich noch eine Büste Wielands zur Austellung.
Lebe recht wohl.
Schreibe mir doch wie es dir geth u was du treibst? Bist du fleißig? u wann kriege ich eine Abschrift vom neuen Drama meiner Schwester?
Lebe wohl u glüklich
Fr: Tiek.
[4] 3 ¼ lth:
Herrn Professor Schlegel
an der JungfernBrücke no 10.
hierin 5 Friedrichs dʼor
zu
Berlin.
  • Tieck, Christian Friedrich  malen  Tieck, Christian Friedrich: Vignette zu August Wilhelm von Schlegels Drama „Ion“
  • Tieck, Christian Friedrich  Vermittlerdienste  erbitten  Berg, Caroline Friederike von
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Caroline Friederike von Berg
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Luise von Voß
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten lassen  Schlegel, August Wilhelm von
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten lassen  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Caroline Friederike von Berg
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten lassen  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Luise von Voß
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Friederike Unzelmann (Bethmann)
  • Tieck, Christian Friedrich  anbieten lassen  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Friederike Unzelmann (Bethmann)
  • Tieck, Christian Friedrich  Brief  senden  Hardenberg, Karl von
  • Tieck, Christian Friedrich  Sendung  erbitten  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Friederike Unzelmann (Bethmann)
  • Tieck, Christian Friedrich  Sendung  erbitten  Schlegel, August Wilhelm von
  • Gentz, Heinrich (Architekt)  beauftragen  Tieck, Christian Friedrich
  • Tieck, Christian Friedrich  Geldmangel  sich entschuldigen  Bernhardi, Sophie
  • Tieck, Christian Friedrich  Sendung  ankündigen  Tieck, Christian Friedrich: Vignette zu August Wilhelm von Schlegels Drama „Ion“
  • Tieck, Christian Friedrich  Sendung  ankündigen  Schlegel, August Wilhelm von
  • Tieck, Christian Friedrich  Reiseplan  erfragen  Tieck, Ludwig
  • Frommann, Carl Friedrich Ernst  Begegnung  erhoffen  Tieck, Ludwig
  • Tieck, Christian Friedrich  Resonanz  mitteilen  Terentius Afer, Publius: Adelphoe
  • Tieck, Christian Friedrich  senden  Berg, Caroline Friederike von
  • Tieck, Christian Friedrich  senden  Tieck, Christian Friedrich: Büste von Christoph Martin Wieland
  • Tieck, Christian Friedrich  Abschrift  erbitten  Bernhardi, Sophie: Donna Laura
  • Tieck, Christian Friedrich  Vermittlerdienste  erbitten  Schlegel, August Wilhelm von
Metadata Concerning Header
  • Date: Montag, 16. August 1802
  • Sender: Christian Friedrich Tieck ·
  • Recipient: August Wilhelm von Schlegel ·
  • Place of Dispatch: Weimar · ·
  • Place of Destination: Berlin · ·
Manuscript
  • Provider: Dresden, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
  • OAI Id: DE-611-36934
  • Classification Number: Mscr.Dresd.e.90,XIX,Bd.28,Nr.10
  • Number of Pages: 3 S. auf Doppelbl., hs. m. U. u. Adresse
  • Format: 25,3 x 20 cm
Language
  • German
Editors
  • Bamberg, Claudia
  • Rupp, Manon
  • Schmidt, Charlotte
  • Schmidt, Viktoria

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