[1] Beykommende Rechnung habe ich auf die klarsten Resultate zu bringen gesucht, nachdem ich meine Haushaltungsbücher nochmals darüber nachgesehn. Es steht hier erstlich aufgezeichnet, was Schlegel von mir bekommen hat, wobey kein Artikel angeführt ist, von dem das mindeste auf meine Rechnung käme. Indes dergleichen ist, sowohl in den angerechneten Auslagen von Nr. 2, als auch in der Angabe der Anwendung meines Capitals Nr. 3 durchstrichen. Zweitens steht da, was Schlegel mir gegeben hat; es verstand sich daß ich ebenfalls durchstreichen muste was ich nicht von ihm erhalten habe, nehmlich die 4 Posten abcd auf Nr. 2 welche ich nur als Notiz mittheilte.
[2] Folgende Bemerkungen zur Übersicht des Ganzen. Ich finde in dem Briefe welchen ich im Original beylege im Sommer 1800 bezahlte Posten aus der vorhergehenden Zeit gegen mich geltend gemacht, die mich in mehr wie Einer Rücksicht bey derjenigen von welcher jetzt die Rede ist gar nicht angehn können. Wenn Rechnungen wie die bey Schirmer, sehr anliefen so war es, weil ich die Haushaltung für andre großentheils auf Rechnung bestreiten mußte, indem diese mit der Zahlung zurück blieben. Sollte aber wirklich dessen Erwähnung geschehn was an den Artzt und Apotheker bezahlt worden ist, so habe ich [3] ohne weiter irgend etwas berühren zu wollen, für diese Summe welche 150 rh macht, wenigstens 200 rh von den 150 rh anzuführen, welche Hartknoch um die nehmliche Zeit für den Walpole zahlte, so wie, daß Schlegel dieses, nach genugsamer Abrede darüber, übernommen hatte da wir uns vor 2 Jahren trennten.
Seit dieser Zeit im May 1800 bis zum Februar 1801 habe ich nichts von Schl. erhalten, außer daß er die Reise von Bamberg nach Göttingen mit mir machte.
Von Göttingen nahm ich 40 Louisd´or Capital und 14 Louisd´or an Zinsen mit [4] wozu ich aus Hannover noch 6 Louisd´or Zinsen erhielt. Von diesen bestritt ich alle und jede Kosten für mich in Braunschweig und bezahlte rückständige Schuld davon. Das erste was mir Schlegel an Geld wieder gegeben hat, sind die 19 rh 3 g., welche er mir in Braunschweig im Februar 1801 zurückließ, da mir mein Geld ausgegangen war.
Seitdem habe ich ein Capital von 200 Louisd´or aufgekündigt. Von diesem gehen 108 Louisd´or für Schlegel ab (denn so viel betragen ungefähr jene 610 rh.). Mit 20 Louisd´or trug ich eine alte Schuld ab. [5] Es blieben mir also 72 Louisd´or oder 348 in schlechtem Gelde welche ich seit Ostern 1801 außer denen von Schlegel erhaltnen 342 verbraucht habe.
Daß ich so viel, nehmlich 690 rh. in einem Jahre bedurft habe, ist theils aus den gemachten Reisen, von Braunschweig nach Haarburg (obgleich mein Bruder einen großen Theil von dieser bezahlt hat) dann von Braunschweig nach Jena, und zulezt nach Berlin, wozu ich 10 Louisd´or verwendet, begreiflich, theils aus Einrichtungen die nicht für meine Person allein berechnet waren, und endlich aus dem was ich daran zum Einkauf von Sachen gebrauchte.
[6] In dem beyliegenden Briefe ist der Ersaz des von mir aufgekündigten Capitals als etwas angenommen, was sich von selbst versteht. Mir ist auch gänzlich unbekannt was seit dem diese Ansicht geändert haben könnte, obgleich ich allerdings die meinige in so fern zu verändern veranlaßt worden bin, daß ich jene jetzt selbst so annehmen muß, da ich damals, wie aus meinen Briefe erhellen wird, dieser Geldsache durchaus nur als eine Nachricht, und ganz und gar nicht als einer "Forderung" erwähnte; ferner, daß ich von denen in dem nehmlichen Briefe gemachten Vorschlägen auf die Zukunft keinen Gebrauch machen kann.
[7] Da ich aber nicht den Ersatz von demjenigen begehre, wovon mir der Besitz bleibt, und diese angekauften Sachen nach der höchsten Annahme zu der Summe von 148 rh. taxire, (wobey noch in Anschlag zu bringen ist daß ich meine eignen Einkünfte von Ostern 1801 bis 1802 für meine Reisen rechnen kann) so blieben von 348 rh noch 200 rh übrig, wofür ich vorschlage mir die Meublen nach bey kommenden Verzeichniß zu überlassen.
Schlegel hatte mir dann auch eine Obligation für 600 rh. an Carolin zu Goth. Zg. zu geben; und diese mit 4 procent Cins zur Wiederbezahlung zu verzinsen.
[8] Was das Monument betrifft, so ist mein Wille die Kosten ganz zu übernehmen. Ich werde Tiek befragen ob er mir fest versprechen kann, es im künftigen Winter zu verfertigen, und wünsche nur ihn dann wegen der vorläufigen Auslagen an die 600. anweisen zu können.
[9] Ist gegen meine Abrechnung im Ganzen nichts einzuwenden, so bitte ich mir alle Bemerkungen im Einzelnen zu erspaaren. Indem ich hiemit jede Unbestimmtheit aufgehoben glaube, und der gewonnenen Ansicht eben so sehr als der erlangten Freyheit des Entschlusses froh zu seyn Ursache habe, ist noch das letzte übrig was blos durch gerichtliche Scheidung aufgehoben werden kann. Die reelle während meiner Anwesenheit in Berlin zu verbergen, habe ich keinen Grund weder in mir selbst, noch in dem gegen mich und in Ansehung meiner beobachteten Betragen gefunden.
Was wir beyde in dieser Rücksicht wollen müssen, ist, daß wir im [10] eintretenden Fall der letzten Entschließung, die meinerseits allein die Schonung gegen meine kranke Mutter für den Augenblick zurückhält, die Sache nach gemeinschaftlicher Verabredung und auf keine beyden Theilen nachtheilige Weise betreiben.
[11] [leer]
[12] [leer]
[13] Was Cecilen betrifft so ließ das einliegende Blatt von Julchen, zu dem ich nur noch hinzufüge: die Gelegenheit mit Manso wird sich bis in die andre Hälfte des Sommers verziehen, von da bis zu Ende desselben wünschen sie, mögest Du Mad Tiek befragen, ob sie Cecilen nicht zu sich nehmen kann - für den Herbst aber, oder auf jeden Fall für kommendes Frühjahr sie bey Mad. Rehberg anmelden und alles mit dieser berichtigen. Ich habe der Gotter nach Mad. Rehbergs Brief 150 rh als jährliches Kostgeld genannt, welches sie auch, besonders wenn die Wäsche mit inbegriffen ist, sehr gern eingeht, und sich sehr erfreuen würde [14] Cecilen bey ihr zu wissen.
Du wirst unstreitig Gelegenheit haben einen Blick auf die Mahler zu werfen, und denjenigen ausfindig zu machen, unter dessen Anleitung sie sich am besten befinden wird.
[15] Freylich daß es für jezt nichts mit Dresden ist, aber den Muth sinken zu lassen, so weit ist es noch lange nicht, im Gegentheil, artet dieser, zumal da es mit ihrer Gesundheit sehr gut steht, nur zu oft in Muthwillen aus.
Sie ist erstaunlich fleißig, und hat seit ich hier bin, sehr viele Portraite gezeichnet, die fast alle geglückt und äußerst ähnlich sind. Jetzt hat die durch Dölls Veranstaltung angefangen in Öhl zu mahlen, auch nach der Natur. Sie betreibt alles mit Ernst und Liebe, und hat sogar um mehr Sicherheit zu erlangen zu [16] weilen modeliert. Auf diese Art ist sie hier sehr beschäfftigt auch fehlt es ihr nicht an Modelen die sich ihr zum Sitzen anbiethen.
Ihr inniger Herzenstrieb geht indessen doch stets dahin, ja eher je lieber etwas von Kunst zu sehen. Der Plan durch Meßgelegenheit, wie sie hoffte nach Dresden zu kommen, ist durch Ihre Nachricht verrückt und auf ein Jahr hinaus geschoben worden, doch thut sich ihr eine andere Aussicht auf, mit Manso, der diesen Sommer hierher kommen will dahin zu reisen.
[2] Folgende Bemerkungen zur Übersicht des Ganzen. Ich finde in dem Briefe welchen ich im Original beylege im Sommer 1800 bezahlte Posten aus der vorhergehenden Zeit gegen mich geltend gemacht, die mich in mehr wie Einer Rücksicht bey derjenigen von welcher jetzt die Rede ist gar nicht angehn können. Wenn Rechnungen wie die bey Schirmer, sehr anliefen so war es, weil ich die Haushaltung für andre großentheils auf Rechnung bestreiten mußte, indem diese mit der Zahlung zurück blieben. Sollte aber wirklich dessen Erwähnung geschehn was an den Artzt und Apotheker bezahlt worden ist, so habe ich [3] ohne weiter irgend etwas berühren zu wollen, für diese Summe welche 150 rh macht, wenigstens 200 rh von den 150 rh anzuführen, welche Hartknoch um die nehmliche Zeit für den Walpole zahlte, so wie, daß Schlegel dieses, nach genugsamer Abrede darüber, übernommen hatte da wir uns vor 2 Jahren trennten.
Seit dieser Zeit im May 1800 bis zum Februar 1801 habe ich nichts von Schl. erhalten, außer daß er die Reise von Bamberg nach Göttingen mit mir machte.
Von Göttingen nahm ich 40 Louisd´or Capital und 14 Louisd´or an Zinsen mit [4] wozu ich aus Hannover noch 6 Louisd´or Zinsen erhielt. Von diesen bestritt ich alle und jede Kosten für mich in Braunschweig und bezahlte rückständige Schuld davon. Das erste was mir Schlegel an Geld wieder gegeben hat, sind die 19 rh 3 g., welche er mir in Braunschweig im Februar 1801 zurückließ, da mir mein Geld ausgegangen war.
Seitdem habe ich ein Capital von 200 Louisd´or aufgekündigt. Von diesem gehen 108 Louisd´or für Schlegel ab (denn so viel betragen ungefähr jene 610 rh.). Mit 20 Louisd´or trug ich eine alte Schuld ab. [5] Es blieben mir also 72 Louisd´or oder 348 in schlechtem Gelde welche ich seit Ostern 1801 außer denen von Schlegel erhaltnen 342 verbraucht habe.
Daß ich so viel, nehmlich 690 rh. in einem Jahre bedurft habe, ist theils aus den gemachten Reisen, von Braunschweig nach Haarburg (obgleich mein Bruder einen großen Theil von dieser bezahlt hat) dann von Braunschweig nach Jena, und zulezt nach Berlin, wozu ich 10 Louisd´or verwendet, begreiflich, theils aus Einrichtungen die nicht für meine Person allein berechnet waren, und endlich aus dem was ich daran zum Einkauf von Sachen gebrauchte.
[6] In dem beyliegenden Briefe ist der Ersaz des von mir aufgekündigten Capitals als etwas angenommen, was sich von selbst versteht. Mir ist auch gänzlich unbekannt was seit dem diese Ansicht geändert haben könnte, obgleich ich allerdings die meinige in so fern zu verändern veranlaßt worden bin, daß ich jene jetzt selbst so annehmen muß, da ich damals, wie aus meinen Briefe erhellen wird, dieser Geldsache durchaus nur als eine Nachricht, und ganz und gar nicht als einer "Forderung" erwähnte; ferner, daß ich von denen in dem nehmlichen Briefe gemachten Vorschlägen auf die Zukunft keinen Gebrauch machen kann.
[7] Da ich aber nicht den Ersatz von demjenigen begehre, wovon mir der Besitz bleibt, und diese angekauften Sachen nach der höchsten Annahme zu der Summe von 148 rh. taxire, (wobey noch in Anschlag zu bringen ist daß ich meine eignen Einkünfte von Ostern 1801 bis 1802 für meine Reisen rechnen kann) so blieben von 348 rh noch 200 rh übrig, wofür ich vorschlage mir die Meublen nach bey kommenden Verzeichniß zu überlassen.
Schlegel hatte mir dann auch eine Obligation für 600 rh. an Carolin zu Goth. Zg. zu geben; und diese mit 4 procent Cins zur Wiederbezahlung zu verzinsen.
[8] Was das Monument betrifft, so ist mein Wille die Kosten ganz zu übernehmen. Ich werde Tiek befragen ob er mir fest versprechen kann, es im künftigen Winter zu verfertigen, und wünsche nur ihn dann wegen der vorläufigen Auslagen an die 600. anweisen zu können.
[9] Ist gegen meine Abrechnung im Ganzen nichts einzuwenden, so bitte ich mir alle Bemerkungen im Einzelnen zu erspaaren. Indem ich hiemit jede Unbestimmtheit aufgehoben glaube, und der gewonnenen Ansicht eben so sehr als der erlangten Freyheit des Entschlusses froh zu seyn Ursache habe, ist noch das letzte übrig was blos durch gerichtliche Scheidung aufgehoben werden kann. Die reelle während meiner Anwesenheit in Berlin zu verbergen, habe ich keinen Grund weder in mir selbst, noch in dem gegen mich und in Ansehung meiner beobachteten Betragen gefunden.
Was wir beyde in dieser Rücksicht wollen müssen, ist, daß wir im [10] eintretenden Fall der letzten Entschließung, die meinerseits allein die Schonung gegen meine kranke Mutter für den Augenblick zurückhält, die Sache nach gemeinschaftlicher Verabredung und auf keine beyden Theilen nachtheilige Weise betreiben.
[11] [leer]
[12] [leer]
[13] Was Cecilen betrifft so ließ das einliegende Blatt von Julchen, zu dem ich nur noch hinzufüge: die Gelegenheit mit Manso wird sich bis in die andre Hälfte des Sommers verziehen, von da bis zu Ende desselben wünschen sie, mögest Du Mad Tiek befragen, ob sie Cecilen nicht zu sich nehmen kann - für den Herbst aber, oder auf jeden Fall für kommendes Frühjahr sie bey Mad. Rehberg anmelden und alles mit dieser berichtigen. Ich habe der Gotter nach Mad. Rehbergs Brief 150 rh als jährliches Kostgeld genannt, welches sie auch, besonders wenn die Wäsche mit inbegriffen ist, sehr gern eingeht, und sich sehr erfreuen würde [14] Cecilen bey ihr zu wissen.
Du wirst unstreitig Gelegenheit haben einen Blick auf die Mahler zu werfen, und denjenigen ausfindig zu machen, unter dessen Anleitung sie sich am besten befinden wird.
[15] Freylich daß es für jezt nichts mit Dresden ist, aber den Muth sinken zu lassen, so weit ist es noch lange nicht, im Gegentheil, artet dieser, zumal da es mit ihrer Gesundheit sehr gut steht, nur zu oft in Muthwillen aus.
Sie ist erstaunlich fleißig, und hat seit ich hier bin, sehr viele Portraite gezeichnet, die fast alle geglückt und äußerst ähnlich sind. Jetzt hat die durch Dölls Veranstaltung angefangen in Öhl zu mahlen, auch nach der Natur. Sie betreibt alles mit Ernst und Liebe, und hat sogar um mehr Sicherheit zu erlangen zu [16] weilen modeliert. Auf diese Art ist sie hier sehr beschäfftigt auch fehlt es ihr nicht an Modelen die sich ihr zum Sitzen anbiethen.
Ihr inniger Herzenstrieb geht indessen doch stets dahin, ja eher je lieber etwas von Kunst zu sehen. Der Plan durch Meßgelegenheit, wie sie hoffte nach Dresden zu kommen, ist durch Ihre Nachricht verrückt und auf ein Jahr hinaus geschoben worden, doch thut sich ihr eine andere Aussicht auf, mit Manso, der diesen Sommer hierher kommen will dahin zu reisen.